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können. Innerhalb einer gewissen Belichtungsdauer werden nämlich die hellen Partien bereits ausexponiert, die dunklen jedoch stark unterexponiert sein, sodaß hier wenige Details zur Wirkung kommen; werden hingegen die dunkleren Partien richtig exponiert, so findet eine Oberlichtung dér helleren Partien statt. Und in der Tat zeigten die ersten auf photographischem Wege gewonnenen Mondbilder ein sehr verwaschenes Aussehen. Dies änderte sich, als der große Sechsunddreißigzöller der Lick-Sternwarte auf dem Mount flamilton in Californien zuerst im Jahre 1888 durch Burnham zur photographischen Mondaufnahme benutzt wurde und aus-— gezeichnete Negative lieferte. Selbst der ausgezeichnete Selenograph Weinek in Prag, der bis dahin die besten, sowohl in Bezug auf Treue als auf künstlerische Ausführung vollendetsten Handzeichnungen von Mondlandschaften geliefert hatte, kennzeichnet den Eindruck, welchen die einer starken Vergrößerung fähigen Lick-Aufnahmen auf ihn machten, durch folgende Worte:„Der erste Anblick eines von Professor Burnham an der Lick-Sternwarte im Jahre 1888 aufgenommenen Mondpositivs auf Glas unter starker Okularvergrößerung machte es mir sofort klar, daß die transparente Betrachtung solcher Platten jeder Kopie auf Papier bei weitem überlegen ist und fähig erscheint, ein überaus mannigfaltiges Detail zu enthüllen, wenn auch die Klarheit und Schärfe desselben in einigen Fällen noch Manches zu wünschen übrig ließen. Vor allem zeigte sich die Plastik der photographischen Mondlandschaften in wundervoller Schönheit, und es konnte keinem Zweifel unterliegen, daß eine vergrößerte, möglichst treue Wiedergabe einzelner Mondpartien nach diesen Platten für die Förderung der Selenographie von höchstem Werte sein müßte.“ Damals war Professor Weinek noch der Ansicht, daß die direkte photographische Vergrößerung nicht geeignet sei, Erfolg zu versprechen; er entschloß sich daher für die Methode des vergrößerten Zeichnens. Als er aber, in der photographischen Technik reich erfahren und geübt, auch in der photographischen Vergrößerung bahnbrechend gewirkt hatte, da trat die Photo-Selenographie in ein neues Stadium. Die Mondforschung hatte damit binnen wenigen Jahren ein graphisches ffilfsmittel gewonnen, dessen Dienste um so unschätzbarer sind, als die Erzielung ausgezeichneter Originalplatten sowohl auf der Lick- Sternwarte als auch auf der Sternwarte zu Paris durch M. Loewy und P. Puiseux damit parallel ging.(Vergleiche Atlas photographique de la Lune publié par l'observat. de Paris exécuté par M. Loewy et P. Puiseux, Paris.) Gerade diese letztereén Aufnahmen benutzte der inzwischen verstorbene J. M. Krieger auf der Pia-Sternwarte zu Triest zur Anfertigung seines „Mond-Atlas“, indem er geleitet wurde von dem Gedanken, diese Photographien als allgemeine Unterlage zu benutzen und das an einem starken Refraktor unter guten Luftverhältnissen sichtbare Detail in dieselben einzutragen. Der Krieger'sche Mondatlas wird in seiner Voll- endung die weitaus detailreichste Darstellung der Mondoberfläche gewähren und für alle Zeiten ein unschätzbares Dokument für Fragen etwaiger Veränderungen auf der Oberfläche des treuen Begleiters unserer Erde bleiben. Leider hat der Begründer des Werkes nur das Material für zwei Bände fertigstellen können, deren zweiter erst nach seinem Tode erschien. 3 Möge ihm bald ein seiner würdiger Nachfolger erstehen! d
lch stehe am Schlusse meiner Ausführungen. Sollte es mir gelungen sein, in etwa ein allgemeines Bild von dem Einflusse, welchen die Einführung der Photographie unter die Hilfsmittel der astronomischen Forschung auf unsere Kenntnis des„gestirnten Himmels über uns“ ausgeübt hat, zu geben, und vielleicht den einen oder anderen Amateurphotographen zu veranlassen, seinen Apparat gelegentlich auch einmal auf Objekte außerhalb der Erde zu richten, so ist der Zweck, welcher mir bei der Niederschrift dieser Zeilen vorschwebte, erreicht.


