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hafte Pflichttreue, womit er die Obliegenheiten eines Religionslehrers und Seelſorgers erfüllte, um dieſelbe ver⸗ dient gemacht. Wir freuen uns deshalb, mit demſelben auch in ſeiner jetzigen Stellung eine nähere Verbindung zu unterhalten und hoffen, daß er auch fernerhin ſeine freundliche Theilnahme dem Gymnaſium zuwenden wird.
16. Am 16. December verlor die Anſtalt einen ſehr braven und hoffnungsvollen Schüler, den Sextaner Franz Kind, welcher nach einem kurzen Krankenlager am Nervenfieber ſtarb. Am 18. December geleiteten Lehrer und Schüler ſeine Leiche zu ihrer Ruheſtätte.
17. Am 4. Februar fand die herkömmliche Hrabanusfeier ſtatt. Bei derſelben hielt der Oberprimaner Joſeph Wiegand einen lateiniſchen Vortrag über den Ausſpruch Ovids:„Ingenuas didicisse fideliter artes Emollit mores, nec sinit esse feros“. Der Unterprimaner Chriſtoph Menz und der Oberprimaner Nikolaus Füller hielten deutſche Vorträge, jener über das Thema:„In wiefern iſt die chriſtliche Kirche die Pflegerin der Kirche im Mittelalter?“ dieſer über die Gründung Fulda's und den Glanz ſeiner Kloſterſchule. Gedichte wurden deklamirt von den Sextanern Joſeph Hüfner und Chriſtoph Böcken, den Quintanern Franz Hill und Franz Kramm, dem Quartaner Karl von Schlereth, dem Untertertianer Alfred von Sodenſtern, den Obertertianern Karl Wagner und Georg Kirchner, dem Oberſecundaner Valentin Kramm. Die Sängerchöre des Gymnaſiums trugen der Feier des Tages angemeſſene Geſänge vor.
18. Am 9. März betheiligten ſich die Lehrer und Schüler des Gymnaſiums bei dem feierlichen Leichen⸗ begängniß des verſtorbenen Directors des hieſigen Schullehrer⸗Seminars Pfiſter, der unſerer Anſtalt ſtets eine lebhafte Theilnahme bewieſen und namentlich auch viele unſrer Schüler in edler und wirkſamer Weiſe unterſtützt hatte. Sein Andenken wird noch lange bei uns geehrt werden.
C. Statiſtiſche Verhä iltniſſe.
1. Frequenz des Gymnaſiums.
Am Schluß des vorigen Schuljahrs betrug die Zahl der Schüler 193. Von dieſen traten außer den im letzten Programme genannten 9 Abiturienten noch 10 Schüler aus und zwar 3, um die hieſige Realſchule zu be⸗ ſuchen, 1, um in das hieſige Biſchöflliche Knabenſeminar einzutreten, 1, um ſich der Pharmazie, 1, um ſich dem dem Kaſſen⸗Rechnungsweſen zu widmen, 1, um die Handlung zu erlernen, 1, wegen Kränklichkeit, 2, ohne nähere Angabe ihrer ferneren Beſtimmung.
Bei dem Beginn des jetzigen Schuljahrs betrug die Geſammtzahl der Schüler, da 48 neu auf⸗ genommen wurden, 222.(123, II 29, IIIa 26, IIlb 22, IV 38, V 48, VI 36), unter welchen ſich 150 katholiſche, 72 evangeliſche, ſo wie 158 einheimiſche und 64 auswärtige befanden.
Im Verlauf des Schuljahrs gingen 23 Schüler ab, ohne den Curſus vollendet zu haben, wogegen 9 auf⸗ genommen wurden.
Am Schluß des jetzigen Schuljahres beträgt demnach die Zahl der Schüler 208(I 19, II 26,
IIla 24, IIIb 21, IV 41, V 44, VI 33); unter dieſen ſind 139 katholiſche, 69 evangeliſche; ſowie 64 auswärtige und 144 einheimiſche. 3 Von den ausgetretenen Schülern wollten 2 die Handlung, 2 ein Handwerk erlernen, 2 in den Franziskaner⸗ Orden treten, 2 ſich durch Privatunterricht weiter ausbilden, 1 wollte ein Handelsinſtitut, 1 die hieſige Dom⸗ ſchule, 4 die Realſchule zu Hanau, 1 das Gymnaſium zu Kaſſel beſuchen, 1 ſich der Landwirthſchaft, 1 dem Poſt⸗ fach, 1 der Pharmazie widmen, 1 in das hieſige Biſchöfliche Knabenſeminar eintreten; 4 traten aus ohne Angabe ihrer ferneren Beſtimmung, 1 ohne vorſchriftsmäßige Abmeldung; 1 ſtarb.


