Aufsatz 
Ueber die Theorie der Parallelen / von Lotz
Entstehung
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6. Am 2. Juni folgten die katholiſchen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums der Frohnleichnamsprozeſſion.

7. Am 11. Juni und am 8. Auguſt machten die Schüler mit ihren Lehrern abtheilungsweiſe weitere Spaziergänge in die Umgegend.

8. Am 16. Juni empfingen 17 Schüler, durch den Gymnaſiallehrer Donner hierzu vorbereitet, in der Domkirche von der Hand des Hochwürdigſten Herrn Biſchofs das h. Sakrament der Firmung.

9. Am 20. Auguſt beging das Gymnaſium die Feier des hohen Geburtsfeſtes Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürſten in dem neu dekorirten und feſtlich ausgeſchmückten Prüfungsſaale unter Betheiligung eines ſehr zahlreichen Publikums. Die Feſtrede hielt der Gymnaſiallehrer Schmittdiel, über die Principien der Pädagogik im Allgemeinen und den oberſten Grundſatz der chriſtlichen Erziehung im Beſonderen und ſprach am Schluß derſelben ein Gebet fuͤr das Heil des verehrten Landesherrn, des huldvollen Beſchützers und Förderers unſers Gymnaſiums.

10. Am 22. September fand die gemeinſchaftliche Feier des h. Abendmahls der evangeliſchen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums ſtatt.

11. Durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums des Inneren vom 16. September 1861 zur Nr. 7149 wurde der Schluß des Sommerſemeſters in dieſem Jahre um zwei Tage früher als gewöhnlich geſtattet, um es den Lehrern des Gymnaſiums möglich zu machen, ſich bei der Verſammlung deutſcher Philologen, Schulmänner und Orientaliſten zu Frankfurt a. M. rechtzeitig zu betheiligen. Demnach wurde das Sommerſemeſter am 23. September, nach einem feierlichen Gottesdienſt für die katholiſchen Schüler, mit einer öffentlichen Schulfeierlichkeit geſchloſſen. Bei derſelben hielt der Unterprimaner Proſper Weſener einen lateiniſchen Vortragde virtute et fortitudine; der Oberprimaner Auguſt Wankel und der Unterprimaner Philipp Braun hielten deutſche Vorträge, jener über das Thema:Welchen Nutzen hatten die Perſerkriege für Griechenland? dieſer über das erſte Auf⸗ treten der Deutſchen in der Geſchichte, Gedichte wurden deklamirt von den Sextanern Alexander Beckmann und Adam Keißner, den Quintanern Auguſt Knorz und Ludwig Weſſel, dem Quartaner Hugo Henkel, dem Unterter⸗ tianer Emil Keitz, den Obertertianern Franz Boſing und Hugo Schmidt, dem Oberſecundaner Heinrich Weigand und dem Unterſecundaner Adolf von Eſchſtruth. Die Sängerchöre des Gymnaſiums trugen der Feier des Tages angemeſſene Geſänge vor.

12. Mit dem Schluß des Sommerſemeſters ſchied der Candidat des Gymnaſiallehramts Eduard Auth aus unſerer Mitte, um eine Lehrerſtelle an einem Privat⸗Erziehungsinſtitut zu Pfungſtadt im Großherzogthum Heſſen zu übernehmen. Derſelbe war, nachdem er das Probejahr erſtanden hatte, auf ſeinen Wunſch bei unſerm Gymnaſium weiter beſchäftigt und machte ſich durch ſeine bereitwillige Aushülfe, namentlich in Erkrankungsfällen von Lehrern, um daſſelbe verdient.

13. Am 14. October wurde das Winterſemeſter, in gleicher Weiſe wie das Schuljahr, eröffnet. Von den 7 zur Aufnahme angemeldeten Schülern wurden 2 in die Sexta, 4 in die Quarta, 1in die Untertertia aufgenommen.

Durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums des Innern vom 28. October 1861 z. Nr. 8177 wurde der zweite evangeliſche Pfarrer hierſelbſt Dr. Claus mit der Ertheilung des evangeliſchen Religionsunterrichts an dem hieſigen Gymnaſium vom 1. November an, gegen den Bezug einer monatlichen Vergütung von ſechszehn Thalern zwanzig Sgr. aus der Kaſſe des Gymnaſiums, beauftragt und am 4. November von dem Director in dieſe ihm übertragenen Functionen eingewieſen. Gleichzeitig wurde von dieſen Functionen der bisherige evangeliſche Religionslehrer Rollmann, nachdem er zum erſten evangeliſchen Pfarrer und geiſtlichen Inſpector hierſelbſt er⸗ nannt worden war, ſeinem Anſuchen gemäß entbunden. Dieſer hatte ſeit Oſtern 1855 als evangeliſcher Reli⸗ gionslehrer an unſrer Anſtalt gewirkt und ſich in dieſer Stellung durch den unermüdlichen Eifer und die gewiſſen⸗

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