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Geldenhauer(1611— 1616), Thalmüller(1616— 1618). Nach dem frühen Ableben des letztern trat der Doctor der Theologie und bisherige Profeſſor am Collegium Mauritianum Adelphicum zu Caſſel, Heinrich Wetzel, an die Spitze der Anſtalt und erhielt kurz darauf(1620) noch die Stellen eines erſten Stiftspredigers ſowie eines geiſtlichen Inſpectors über die Kirchen und Schulen des Stiftes, Aemter welche bis zum Jahre 1786 in der Perſon des Rectors ſich vereinigten und aller⸗ dings die Bürde, aber auch die Würde deſſelben vergrößerten.
Doch nicht lange war der eben erſchloßenen Blüthe eine un⸗ geſtörte Entfaltung beſchieden. Das Höllenſcheuſal des dreißig⸗ jährigen Krieges führte die erſten Heimſuchungen über die An⸗ ſtalt herauf und drohte ihr ganzes Daſein zu vernichten. Die heſſiſche Adminiſtration der Abtei hatte begreiflicher Weiſe weder die kaiſerliche noch die päbſtliche Beſtätigung erhalten; nach dem Ausbruch des Krieges erklärte daher Pabſt Urban VIII die Ab⸗ tei für erledigt, und Kaiſer Ferdinand II ließ dieſelbe(1628) im Namen ſeines Sohnes beſetzen. Die Zurückführung des Katho⸗ licismus war davon die unmittelbare Folge; ſämmtliche prote⸗ ſtantiſche Prediger, Lehrer und Beamten wurden durch katholiſche verdrängt, und Tilly ſetzte durch ſeine Scharen das Reſtitutions⸗ edict(1629) in ſchauerlichen Vollzug. Landgraf Wilhelm(V) der Beſtändige befand ſich außer Stande, dem Siegesgang ſeiner Geg⸗ ner Halt zu gebieten, doch verlor er keinen Augenblick den Muth ſeines Glaubens und die Zuverſicht ſeiner Hoffnung. In dem Erſcheinen Guſtav Adolfs auf deutſcher Erde ſah er den Ret⸗ tungsſtern für die proteſtantiſche Sache aufſtrahlen und trat zu⸗ erſt unter allen Fürſten Deutſchlands mit dem Schwedenkönig in die engſte Bundesgenoßenſchaft. Unerſchüttert durch Tillys Einſchüchterungen berief er ſeine Streiter unter die Waffen, ſäuberte Niederheſſen von den feindlichen Drängern und befreite Hersfeld durch die bloße Furcht vor ſeinem Anrücken. Schon im Juni des Jahres 1631, an deſſen 7. September Wühs Glücks⸗


