38
1843 in der fünften Ciasse lateinischen und deutschen Unterricht ertheilt hatte, mit einst- weiliger Versehung einer Lehrerstelle am Gymnasium zu Hanau beauftragt.
Die Recipienden-Prüfungen fanden am 7. April und am 13. October auf die vor- geschriebene Weise statt.
Der Sommercursus nahm am 8. April, der Wintercursus am 14. October seinen Anfang.. Durch hohen Ministerialbeschluss vom 29. Mai wurde die Annahme des Cantors Kapmeier an der hiesigen Bürgerschule zum Gehülfen des hochbejahrten Musil- und Gesanglehrers Volchmar genehmigt und dadurch öfterer Unterbrechung des Singunter- richts für die Folge vorgebeugt.
Durch höchste Entschliessung vom 12. Juni wurde der Landrath von Stiern- berg an die Stelle des nach Fulda versetzten Landraths von Lossberg zum Mitgliede der Verwaltungscommission des Gymnasiums gnädigst bestellt.
Brunnenferien waren vom 30. Juni bis zum 19. Juli.
Der 20. August, als der Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Kurprinzen-Mit- regenten, des erhabenen Protectors unserer Anstalt, wurde, wie gewöhnlich, durch einen Schulactus gefeiert. Die Festrede, welche Dr. Hupfeld hielt, verbreitete sich„über den Einfluss und sprachlichen Werth der lutherischen Bibelübersetzung“.
Am 14. September genossen sämmtliche Lehrer und 30 Schüler in der reformirten Kirche das heilige Abendmahl.
Das Herbstexamen wurde am 22. und 23. September gehbalten. Darauf folgte die feierliche Entlassung von zwei Primanern, welche am 28— 30. August und am 1—2. September die schriftliche, sowie am 9. September die mündliche Maturitätsprüfung be- standen hatten. Der eine derselben, Ferd. Schmeisser, sprach„de Cicerone imitando“, der andere, Rud. Westphal über Jean Paul's Titan“ und nahm zugleich Abschied von seinen bisherigen Lehrern und Mitschülern.
Durch höchste Entschliessung vom 14. October wurde genehmigt, dass der Candi- dat des Gymnasial-Lehramtes Bernhard Bunte aus Exten dem Gymnasium als Praktikant zuginge,
Durch höchstes Rescript vom 5. November wurde der Gymnasiallehrer Dr. Hup- feld vom hiesigen Gymnasium in gleicher Eigenschaft an das Marburger, und der Gym- nasiallehrer Dr. Blackert vom Marburger an das hiesige Gymnasium versetzt.
Dr. Georg Hupfeld ging im Frühjahre 1842 vom Casselschen Gymnasium als Hülfslehrer dem hiesigen zu, sehrieb die dem Osterprogramme des Jahres 1843 voran- gehende wissenschaftliche Abhandlung„de rebus Medorum“" und wurde im Mai desselben Jahres zum ordentlichen Hauptlehrer ernannt. Sein treuer Diensteifer verdient rühmliche
Anerkennung, und sein Wirken an unserer Schule darf als ein segensreiches bezeichnet werden. ennnn!—


