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Kurz zu den allgemeinen Ursachen des jetzigen Erziehungsübels, dié bereits oben und im weiteren Verlauf dieser Zeilen bezeichnet wurden, tritt auch noch die, dass Freiheit und Gleichheit zwischen Lehrer und Schiller, zwischen Kind und Eltern gepredigt wurde, so dass während früher das Gebot ausreichte, oder der Stock und die Ruthe die Beweismittel waren, nun auch der Vater dem Sohne mit Vernunftgründen beweisen sollte, dass dieser ihn nicht spotten und schlagen dürfe, nach dem Grundsatze in Rousseau's Emil: das erste aller Güter ist nicht Macht und Gewalt, sondern Freiheit. Der wahrhaft freie Mann will nur was er kann und thut was ihm gefällt. Es kommt nur darauf an, diesen Grundsatz auf die Kinder anzuwenden und alle Regeln der Erziehung daraus abzu- leiten. Wir aber meinen: Weg mit der modernen Egalité und Nivellirungswuth, welche gegen Gott, Natur und die Macht der Geschichte anstrebt! Derlei Unfug ist vom üpe und seine Realisirung würde die Menschheit ins grösste Verderben stürzen. 31 Ist mun weiter bei der Schuljugend auch eine gewisse Scheu vor an hattander Arbeit und ein Mangel an Ausdauer, so wie ein Hang zu Genuss und Spiel nicht zu verkennen, so trifft sie dieser Vorwurf, namentlich in letzterer Hinsicht, nicht allein. Es ist dieser Hang ein Zeitübel, das mehr oder weniger alle Schichten der Gesell- schaft ergriffen hat, und welches bei der Jugend um so schwerer auszurotten ist, als wie- derum das Beispiel und immer das Beispiel sich täglich und nach allen Seiten hin in buntfarbiger Gestalt wiederholt. Anstatt bei der Erziehung auf die Idee der Mässigung, Selbstbeschränkung, der Gentgsamkeit und Zufriedenheit hinzuarbeiten, woraus sich die Schnellkraft eines lebendigen Geistes, die Tiefe eines reichen Gemüths, die Stärke eines gesunden Körpers und alle Fähigkeiten und Tugenden, die Gott in den Menschen gelegt hat, gehörig entwickeln sollen, werden in manchem Elternhause alle Wünsche der Kinder aufs schleunigste befriedigt; wie bemüht man sich da nicht, stets nach dem Willen dersel- ben zu sein: Knecht, Magd, Vater, Mutter, alle sind fortan in regster Bewegung, um das zu beschaffen, was Laune oder Leckerhaftigkeit der verzärtelten Kinder, gross oder klein, verlangen und wünschen. Sowie das Kind nur Miene macht, springt und läuft alles her- bei. Natürlich lernt dadurch der Knabe, das Mädchen, Alles auf sich beziehen, sieht sich als den Mittelpunkt an, um welchen sich Alles dreht. So werden die ersten Keime zur Selbst- und Genusssucht, welcher doch schon in frfihern Kinderjahren aus allen Kräf- ten entgegengewirkt werden milsste, geweckt und genährt. Wahrlich das jugendliche Ge- müth ist frühe daran zu gewöhnen und darauf vorzubereiten, Leiden und Widerwürtigkei- ten, Entbehrung und Entsagung mit Muth und Geduld zu ertragen, wenn später nicht die traurigsten Folgen aus dem Gegentheil hervorgehen sollen. Auch Leiden gehören in den
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ist umgestürzt und die Eltern haben sich neben die Kinder auf die Pnssbank gesetzt. Es kann uns dabei auch nicht wundern, dass man die Obrigkeit hat auf Sleiche Weise in den Staub gedrückt!« 8 noant


