24 8 erzählt, daß Gregorio Ugdulena, der Profeſſor der hebräiſchen Sprache, welcher, um die Werke der deutſchen Orientaliſten ſtudieren zu können, Deutſch gelernt und die Walhalla des Königs Ludwig von Baiern überſetzt und herausgegeben habe, nur einen Zuhörer hatte, welcher Hebräiſch lernen wollte.
In Catania, wurde dem Verf. erzählt, habe die dortige mathematiſch⸗philoſophiſche Facultät ſich lange Zeit vergeblich abgemüht, durch die Kirche des dortigen großen, prächtigen Benedictinerkloſters den von den Benedictinern gewünſchten Meridian zu legen; es habe dieſer aber nie die verlangte Genauigkeit gehabt. (Faſt alle Hauptkirchen in Sicilien ſind zum Behufe genauer Zeit⸗ beſtimmung mit einem ſolchen Meridian verſehen. Man zählt nämlich noch heutiges Tages in Sicilien allgemein nicht nach der „franzöſiſchen Uhr“, ſondern beginnt den Tag mit Sonnen⸗Unter⸗ gang und zählt dann von ein bis vierundzwanzig Uhr). Da ſeien einige deutſche Mathematiker zur Erforſchung des Aetna nach Catania gekommen; man habe endlich dieſe um ihre Hülfe ange⸗ gangen, und es hätten dieſelben in kürzeſter Zeit die Aufgabe zu allgemeiner Zufriedenheit gelöſt.
Andere Anzeichen ſcheinen auf einen regen literariſchen Verkehr ſchließen zu laſſen. Daß z. B. in Sicilien viel geſchrieben wird, beweiſen die zahlreichen Buchdruckereien. Es giebt deren in Sicilien über 60 (in Palermo 40, in Catania 3, in Meſſina 7 ꝛc.). Viel mag zu dieſem Umſtand übrigens auch beitragen die Gewohnheit der Advocaten, ihre Rechtsausführungen drucken zu laſſen und zu ver⸗ theilen. Das Verzeichniß der ſicilianiſchen Schriftſteller der Gegen⸗ wart, welches Neigebaur(Sicilien p. 363. 365— 367) mit⸗ theilt, iſt ſehr umfangreich. Am bedeutendſten möchten wohl die Leiſtungen ſein in der vaterländiſchen Geſchichte, Kunſtgeſchichte, Literaturgeſchichte, Archäologie, Staatswiſſenſchaft und Rechts⸗ gelehrſamkeit.


