Aufsatz 
Erzbischof Willigis von Mainz in den ersten Jahren seines Wirkens. Geschichtliche Abhandlung
Entstehung
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IX

richtsministers vom 27. März angewiesen, sofern an den Anstalten ein in der Central-Turnanstalt ausgebildeter Civileleve als Turnlehrer angestellt ist, denselben zu einem Gutachten darüber auf- zufordern, wie die in der Central-Turnanstalt auf Grund des Ling'schen Systems erhaltene An- weisung unter Festhaltung des Gesichtspunktes, dass das Turnen in den Schulen, ohne dessen besondere Zwecke ausser Acht zu lassen, doch immer in einem nothwendigen Zusammenhang mit demjenigen System der gymnastischen Uebungen stehen muss, welches in der Armee zur Aus- bildung und Wehrhaftmachung des Soldaten in Anwendung gebracht wird sich als zweckmässig und ausreichend für den gymnastischen Unterricht der 1ugSaf erweise, und dasselbe mit den nöthig scheinenden Bemerkungen begleitet einzureichen.

III. Chronik der Landesschule.

Das verflossene Schuljahr begann am 28. und 29. April mit der Aufnahmeprüfung, durch welche 23 Schüler aufgenommen wurden.

Am 21. Mai wurde das Stiftungsfest der Anstalt in der üblichen Weise gefeiert. Das Ein- ladungsprogramm dazu war vom Adjunkten Dr. Heine verfasst; der Gegenstand desselben ist: Stoicorum de fato doctrina.

Folgende Schüler erhielten an diesem Tage Prämien: aus Prima Wilhelm von Kirchbach aus Patterow den Gallus von Becker, Hermann Pabst aus Burg die Geschichte der griechischen Literatur von O. Müller, Bernhard Herzog aus Schkeuditz Vischers Erinnerungen aus Griechen- land, Ernst von Gersdorff aus Weimar Pompeji von Overbeck; aus Obersecunda Eugen Bor- mann aus Hilchenbach Hermanns griechische Staatsalterthümer, Franz Rasch aus Düben den Ti- bull von Dissen; aus Untersecunda Ernst Mickenhagen aus Leubingen Schoemanns griechische Alterthümer, Theodor Frommann aus Petersburg Humboldts Ansichten der Natur; aus Ober- tertia Bruno Haushaller aus Wernigerode Yorks Leben von Droyssen, Richard Raabe aus Gössitz die schönsten Sagen des Alterthums von G. Schwab; aus Untertertia Robert Budden- sieg aus Greussen Friedrich der Grosse von Kugler und Menzel, Hermann Jacobi aus Goseck das Handbuch der Mythologie von Stolle.

In den Tagen vom 1. bis 3. Juni besuchte Herr Generalsuperintendent D. Lehnerdt die Austalt. Er wohnte dem Religionsunterrichte in sämmtlichen Klassen bei und widmete der Pflege des religiösen Lebens in der Austalt auch sonst die eingehendste Aufmerksamkeit und Fürsorge. Auch Herr Oberpräsident von Witzleben hat die Anstalt am 1. Juli wieder mit seinem Be- suche beehrt..

Die mündliche Abiturientenprüfung für Michaelis hat unter dem Vorsitz des Herrn Provin- zial-Schulraths Wendt am 3. und 4. September stattgefunden. Die 8 Abiturienten wurden sämmtlich für reif erklärt und am 7. September feierlich eutlassen.

Das Wintersemester ist mit der Auinahmeprüfung am 3. und 4. October begonnen worden, durch welche 14 Zöglinge aufgenommen worden sind.

Die Gebartstagsfeier Sr. Klajestät des Königs war wegen der noch fortdauernden Krankheit Sr. Majestät auch in diesem Jahre auf den üblichen Schulactus und auf das Festessen der Alumnen beschränkt; die Festrede hielt der Adjunkt Dr. Euler über den grossen Kurfürsten und seine deutschen Bestrebungen.

Der 18. October wurde auch in diesem Jahre, wie seit einer Reihe von Jahren, durch eine Rede, welche Prof. Dr. Steinhart hielt, und durch Declamationen, Vorträge und Gesang der Schüler gefeiert.

Kurze Zeit nach dieser Feier traf die Anstalt ein eben so schmerzlicher als unerwarteter Verlust durch den Tod des Herrn Provinzial-Schulrath Wendt, welcher, obwohl unserer Provinz erst seit 3 ½ Jahren angehörend, durch seine Humanität, durch sein reges lebendiges Interesse wie für die Gymnasien der Provinz überhaupt, so namentlich für unsere Austalt, durch seine thätige, überall bereite, unermüdliche Fürsorge für das Ganze der Anstalt und für die einzelnen Lehrer sich die allgemeine Hochachtung un Verehrung des Lehrercollegiums erworben und ein dauerndes, dankbares Andenken bei uns gegründet hat. Er starb am 4. November; am 6. No- vember wurde ihm nach der bei uns bestehenden Sitte, wonach wie für die Lehrer und ehemulien Schüler der Austalt, so auch für diejenigen, welche als Vorgesetzte mit derselben in enger Be- ziehung gestanden haben, eine Todtenfeier veranstaltet zu werden pflegt, vom Rector ein ausser- ordentliches Ecce gehalten.

Am 10. November wurde der hundertjährige Geburtstag Schillers durch eine Sehulleie lichkeit