Geschlecht und Herkunft, die früheren Lebensumstände des Willigis¹) sind nicht bekannt, da durchaus alle historischen Zeugnisse fehlen, die Glauben verdienen, mit einer einzigen Ausnahme. Bischof Thietmar von Merseburg in seinem chronicon III 3(P. M. G. 759) erzählt uns nämlich dass nach dem Tode des Erzbischofs von Mainz Robertus(Ruotbert oder Raupert) im Jahre 975 Otto II seinen Kanzler Willigis an dessen Stelle gesetzt habe, multis hoc ob vilitatem sui generis rennuentibus' und fährt dann fort: Sciebat enim Petro attestante, quod non est personarum acceptor Deus, sed omnes se ex corde diligentes pre caeteris amat, inconprehensibili honore remunerans.
¹) Der Name des Willigis ist auf die verschiedenartigste Weise geschrieben worden, und es zeigt sich ganz besonders in den ersten Urkunden, die er als Kanzler und auch noch als Erzkanzler unterzeichnet, ein grosses Schwanken. Dass der eigentliche Name Willigisus(Unuilligisus, Vvilligisus) ist, wird nicht nur durch die grosse Mehrzahl der Urkunden und der Schriftsteller in den Monumentis Germaniae historicis von Pertz bezeugt, sondern dies geht auch hervor aus den beiden aus Erz gegossenen Thüren, ehemals der Lieb- frauenkirche zu Mainz von Willigis geschenkt, jetzt am Dom daselbst, und die nach Serrarius und Guden folgende Inschrift haben: WILLIGISVS ARCHIEPIS EX METALLI SPECIE VALVAS EFFECERAT PRIMVS vrgl. Serrar. z. Jahr 989. Guden codex diplomaticus I p. 116. Schnaase, Geschichte der bildenden Künste IV 2. p. 509. F. Werner der Dom von Mainz I, p. 329, 512, 540, 565. Vrgl. auch Latomi catal. episc. et archiep. Moguntin. bei Mencken script. rer. Germ. III, p. 478. Auf diese Thüren liess später, im Jahre 1135 Erzbischof Adalbert den berühmten Freiheitsbrief eingraben, mit dem er die bei seiner Gefangenschaft auf dem Trifels ihm bewiesene Treue der Mainzer belohnte. Vrgl. Guden am genannten Ort. Abweichungen von dieser Schreibart des Namens Willigisus sind folgende: Willegisus, an vielen Stellen, z. B. Guden c. d. I, 365 und 366. Leibniz ann. imp. occid. III, 724. Annal. Einsidl. z. J. 1011(Pertz M. G. III, p. 144) Thangmari vita Bernwardi(P. M. G. IV, p. 729). Spätere Schriftsteller, wie Tritheim gebrauchen diese Form durchgehends. Wilegisus, ann. Ottenburani(P. M. G. V. p. 5). Ekkeh. IV. Casus St. Galli(P. M. G. II, 123). Wiligisus, ebenfalls häufig, z. B. Monum. Boica XXVIII, 198. Villigisus gest. episc. Camerac. P. M. G. VII, 448, Ann. Ottenb. P. M. G. V, 5. Uuildigisus Mon. Boic. XXXI, 217. Willikisus Wenck, hessische Landesgesch. II, 42. Willichisus ann. Quedlinb. z. J. 1002 P. M. G. III, 78. Willeghisus chron. Hildesh. P. M. G. VII, p. 847 und 852. Wikegisus Engelhusius Chron. Leibn. script. Brunsvic. II, 1080. Vullegisus Wenck II, 37. Wulligisus Miraeus opera diplom. et hist. I, 347. Willichinus bei Craws Mader. antiqu. Brunsvic. p. 85. Wilichus vrgl. Serrar. 449: zu den ziten was Bischoff Wilichum zu Menz, fast ein selig Man.“ 1


