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jähriger Knabe eingetreten war, kehrte er an jenem Morgen in ſein Elternhaus zurück auf das Kranken⸗ lager, von dem er ſich nicht mehr erheben ſollte.
In der Schule und in dem Elternhauſe, in dem er, umgeben von der fürſorgenden Liebe der Mutter und Geſchwiſter, auch nachdem er eine ſelbſtändige Stellung erlangt hatte, ſich wohnlich eingerichtet hatte, und in dem innigſten, herzlichſten Familienverkehr Ruhe und Behagen fand, vollzog ſich die Arbeit ſeines Lebens. Wie groß auch der Verluſt iſt, den die Wiſſenſchaft durch den vorzeitigen Tod ihres edlen, hoch⸗ begabten, aufſtrebenden Jüngers erlitten hat, am ſchmerzlichſten wird doch ſein allzufrühes Scheiden in dem Elternhauſe empfunden, in dem ſein beſcheidener, kindlicher Sinn, ſeine hingebende Liebe, ſein immer auf das Rechte und Wahre gerichtetes Wollen zu wohlthuendem Ausdruck kamen, und im Kreiſe der Schüler und Lehrer der Schule, die ihm zur zweiten Heimat geworden. Ja, er war unſer! Wir haben in ihm der Beſten Einen verloren, die je unſere Schüler waren und unſere Lehrer geworden ſind, und die Er⸗ innerung an ihn weckt in uns immer von Neuem den Schmerz der Sehnſucht wie nach den Theuerſten, die uns dahin gegangen ſind, und die wir nimmer vergeſſen!
Das Schuljahr begann Montag, den 6. April 1891 mit der Prüfung und Aufnahme der neu⸗ angemeldeten Schüler und Schülerinnen; die feierliche Eröffnung des Unterrichts erfolgte Dienſtag, den 7. April vormittags 7 Uhr.
Am 13. Mai beteiligten ſich das Lehrerkollegium und die drei oberen Klaſſen der Realſchule an der Beerdigung des Herrn Emil Roſenthal, der von jeher, insbeſondere als Delegierter des Gemeinde⸗ vorſtandes im Schulrat der Schule lebhafte Teilnahme und Fürſorge bethätigt hatte. Die Schule hat an Herrn Emil Roſenthal einen warmen Freund verloren und bewahrt ihm ein dankbares Andenken.
Die Geburts⸗ und Todestage der hochſeligen Kaiſer Wilhelm und Friedrich wurden als patriotiſche Gedenktage in angemeſſener Weiſe begangen.
Am 1. Juni fand bei ſchönſtem Wetter das Maifeſt ſtatt. Die Vorſchulen beider Anſtalten waren an dieſem Feſte nicht beteiligt und hatten ihren regelmäßigen Unterricht.
Das Sedanfeſt wurde in der Mädchenſchule am 1. September nachmittags, in der Realſchule am 2. September vormittags durch einen Ausflug in den Wald gefeiert. Auf dem Turnplatz an der Ober⸗ ſchweinſtiege fanden Turnſpiele, turneriſche Freiübungen, Wettlauf mit Preisverteilung und Vorträge der Zöglinge ſtatt; den Schluß bildete eine auf die Feier des Tages bezügliche Anſprache des Direktors. Die Feier war vom ſchönſten Wetter begünſtigt und nahm unter Beteiligung von Eltern unſerer Schüler und Schülerinnen einen erwünſchten Verlauf.
Der hundertjährige Geburtstag Theodor Körners wurde am 23. September unter Teilnahme beider Schulen durch einen Feſtakt mit Geſang und Deklamation begangen. Die Feſtrede hielt der ordentliche Lehrer Herr Dr. Mannheimer.
Am 26. September feierte der Kollege Kunkel ſein 25 ähriges Lehrerjubiläum. Aus dieſem Anlaß fand am Abend des Tages eine geſellige Vereinigung des Lehrerkollegiums ſtatt, bei welcher der
dem Jubilar mit Gruß und Glückwunſch Ehrengaben überreichten.
Am 18. November 1892 beehrte Herr Provinzial⸗Schulrat Kannegießer die Schule mit ſeinem Beſuche; er wohnte dem Religionsunterricht in Prima, dem franzöſiſchen Unterricht in Sekunda A der Realſchule bei, ebenſo dem engliſchen Unterricht in der Selekta, dem Geſchichtsunterrichte in der erſten, dem franzöſiſchen Unterricht in der zweiten, dem deutſchen Unterricht in der ſechſten und achten Mädchen⸗
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