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III. Chronik.
l. Veränderungen im Lehrerkollegium, Erkrankungen, Todesfälle.
Zu Beginn des Schuljahres hatten wir eine schwere Erkrankung des Herrn Professor Wulff zu beklagen; durch eine glückliche Operation wurde die bestehende Gefahr beseitigt, so daß er schon vor den Sommerferien wieder einige Stunden geben und nach denselben mit voller Kraft zu seiner gewohnten Thätigkeit zurückkehren konnte. Ganz besonderen Dank müssen wir Herrn Professor Gillhausen, unserem verehrten Emeritus, dafür aussprechen, daß er sich bereit finden ließ, einen Teil der Vertretung trotz des Leidens, das ihn selbst heimsucht, für einige Wochen zu übernehmen; so hatte er nur allzubald Gelegenheit, die Bitte zu erfüllen, die wir bei seinem Ausscheiden aus dem Amte ihm aussprachen(S. Progr. 1900 S. 22). Im übrigen wurde die Vertretung des Herrn Professor Wulff hauptsächlich von Herrn Oberlehrer Dr. Liermann und dem wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Dr. Julius Müller versehen.
Gegen Mitte Dezember traf Herrn Oberlehrer Dr. Wirth das Unglück, auf einer Fußwanderung ein Bein zu brechen; er mußte infolgedessen bis Mitte Februar dem Unterrichte fern bleiben. Seine Vertretung übernahmen die wissenschaftlichen Hülfslehrer Herren Dr. Drüner und Dr. Müller, sowie Herr Oberlehrer Dr. Ziehen und der Direktor.—
Ein schmerzlicher Verlust steht unserer Anstalt zu Ostern bevor: Herr Oberlehrer Zint wird uns verlassen, um die Leitung der Sachsenhäuser Realschule zu übernehmen(S. S. 19). Er hat unserer Anstalt seit Michaelis 1885 fast ununterbrochen angehört, zuerst während seines Probejahres, dann als wissenschaftlicher Hülfslehrer, seit Ostern 1891 als Oberlehrer, und er hat mit sichtlichem reichem Segen an ihr gewirkt. Seine Kollegen und seine Schüler sehen ihn mit tiefem Bedauern scheiden; wir alle wünschen ihm, daß er in seiner neuen Stellung ebensoviel Vertrauen und Liebe finden möge, wie er hier zurück läßt.
Nicht minder bedauern wir, daß uns ein anderer Kollege für längere Zeit genommen wird: Herr Oberlehrer Dr. Ludwig Ziehen wird auf 5 Jahre beurlaubt, um eine bedeutungsvolle Aufgabe zu übernehmen (S. S. 19). Wenn wir auch hoffen, daß wir ihn nach dieser Zeit wieder als den unseren begrüßen können, so werden wir doch lange Zeit seinen anregenden Einfluß und seine sichere Hand in der Führung der Schüler vermissen.
An die Stelle des Herrn Oberlehrers Zint hat das Kuratorium Herrn Oberlehrer Adolf Presber von der Klingerschule gewählt. Wir freuen uns herzlich, ihn als künftigen Kollegen begrüßen zu dürfen; leider hat es sich nicht ermöglichen lassen, seine Stelle an der Klingerschule zu Ostern zu besetzen, und so wird er erst im Herbste bei uns eintreten können. Inzwischen hat sich Herr Dr. Sack, der augenblicklich an der Wöhler- schule sein Probejahr ableistet, der aber schon auf eine längere Erfahrung im Lehrfache zurückblickt, freundlichst erboten, in die Lücke einzuspringen.
Der wissenschaftliche Hülfslehrer Herr Dr. Julius Müller beabsichtigt, zu seiner weiteren Aus- bildung und zu einem Aufenthalte im Ausland einen Urlaub zu nehmen; er wird demnach Ostern unsere Anstalt verlassen. Für seine stete Bereitwilligkeit, Hülfe zu leisten, und für seine ersprießlichen Dienste sprechen wir ihm den besten Dank aus.
Die im vorigen Jahre erfolgte Vermehrung der Klassen hat die Schaffung weiterer Oberlehrerstellen nötig gemacht.(S. oben S. 19 u. Progr. 1900 S. 21 Nr. 6). Zum Ersatz des Herrn Dr. Ziehen hat die Schul- behörde eine der Aushülfs-Oberlehrerstellen zur Verfügung gestellt. Es ist daher für Ostern d. J. die feste An- stellung unserer bisherigen Mitarbeiter, der wissenschaftlichen Hülfslehrer Herren Dr. Karl Hahn und Dr. Hans Drüner sowie des Hülfslehrers an der Realschule in Lichterfelde Herrn Dr. P appritz in Aussicht genommen. Da die Bestätigung ihrer Wahl noch aussteht, so können ihre Personalien erst im nächsten Programm mitgeteilt werden.
Im vorigen Progamm(S. 25) haben wir berichtet, daß das Lehrerkollegium dem früheren Direktor des städtischen Gymnasiums, Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Tycho Mommsen, zu seiner goldenen Hochzeit und zum achtzigsten Geburtstage den Ausdruck seiner Verehrung hat darbringen wollen, daß aber der Jubilar die Glückwünsche nicht persönlich entgegennehmen konnte. Dem schweren und schmerzlichen Leiden, das ihn damals betroffen hatte, ist er am 7. Dezember v. J. erlegen. Über seine segensreiche Wirksamkeit am Gymnasium ist im Programm von 1887 S. 49 berichtet. Das Lehrerkollegium und die oberen Klassen gaben ihm das


