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von Manuskripten und Büchern, wie sie bedeutender, in Deutschland wenigstens, kein Privatmann in jener Zeit aufweisen konnte. In späteren Jahren, als Petreus in braun- schweigische Hofdienste getreten war, verkaufte er seine Schätze an den Bibliophilen Herzog Heinrich Julius, seinen Landesherrn. Noch heute bildet der ehemalige Besitz des Frank- furter Barfüßerrektors einen wertvollen Bestandteil der mit durch diese Erwerbung zu litterarischem Weltruf gelangten»Guelferbytana“, der Wolfenbütteler Bibliothek.5⁵) So beherbergten die Räume des Barfüßerklosters eine Zeitlang Kleinodien, die, wären sie für Frankfurt durch Ankauf dauernd erhalten geblieben, diesen damals noch den wissenschaft- lichen Buchhandel beherrschenden Platz ebenso zum Wallfahrtsort der Gelehrten gemacht. hätten, wie das glücklichere Wolfenbüttel. Interessent für die seltenen Handschriften und Drucke des Frankfurter Schulmanns hätte vor allem die einige Jahr zuvor(1572) mit der Lateinschule unter ein Dach gebrachte städtische„Barfüßerbibliothek“ sein müssen, die den theologisch-philosophischen Zweig pflegte.?⁸)
Einen nicht gewöhnlichen litterarischen Erfolg hatte Petreus im Jahre 1577 mit der Veröffentlichung seines, im ersten Teil bereits 1575 druckfertigen und J. Fichard gewidmeten, aber erst nach zwei Jahren edierten Buches„Hofleben und Privatleben“,„Vita aulica et opposita huic vita privata“, einer Art Chrestomathie und Anthologie aus antiken und modernen Prosaikern und Poeten, in deren Kreis auch er und sein Freund J. Fichard mit kleineren Beiträgen eingetreten war. Dieses Sammelwerk fand so reißenden Absatz. daß schon im Jahre des Erscheinens alle Exemplare auf einer einzigen Frankfurter Messe ⁵⁷) vergriffen waren,(omnia exemplaria iisdem nundinis Francofurtensibus divendita) und bereits 1578 eine vermehrte Auflage erscheinen konnte, von Petreus datiert:„ex Gymnasio Francis- cano ad Moenum Francofurti die 12 Martii 1578.“5⁸) In dieser zweiten Ausgabe machte er
studia non prorsus abiicit, et asperiora illa sane legum studia illis temperat, non dissimilis summorum et nostra aetate et antiquissimis saeculis florentium ICtorum, Hospitalii, Alciati, Duareni, Modestini aliorumque. Scilicet hi ius repetebant a Philosophia et cum Platone beatas censebant illas Respublicas, quibus Philosophi praeessent. Quod vero tantus Vir dignum etiam compellatione literarum suarum honorifica me putavit, quo id referendum putas oportere? Equidem prae gaudio vix lacrimas tenere potui agnoscens literas scriptas a tali viro, tanta nominis fama pollente, ad me obscurum hominem in Ponto exulante inter inhumanos Getas, prope- modum dixissem, Thyringos, populares meos.-———————— Bene vale. Die Epiph. anno 1578.“ ⁵s) O. v. Heinemann. Die Herzogliche Bibliothek zu Wolfenbüttel. 2. Aufl. Wolfenbüttel 1894. S. 16 ff.
zählt die Kostbarkeiten auf, unter denen sich allein 165 Pergamenthandschriften befanden von. T. unschätz- barem wissenschaftlichen Werte, z. B. die im 8. Jahrhundert in irischer Minuskel geschriebene Lex Alamannorum, Karls des Großen berühmtes Capitulare de villis u. s. f., auch vereinzelte klassische Autoren.— S. 285/6 ist der am 20. April 1597 zwischen dem Herzog und H. Petreus abgeschlossene Kaufkontrakt abgedruckt. Als Wolfen- bütteler Bibliothekar wurde am 16. April 1599, offenbar unter Einfluß des Petreus, ein Frankfurter berufen, Johann Adam Lonicerus, der eine Zeitlang im Frankfurter Schuldienste gewesen war.
5s) I'ber diese, vgl. Ebrard, die Stadtbibliothek in Frankfurt a. M. 1896.
57) Bassaeus, Collectio omnium librorum hebr. graec. latin. necnon German. ital. gallice et hispan. script. qui in nundinis Francof. ab a. 1564 usque ad 1592 venales extiterunt. 3 ptes. 1592. 40.
⁵s) Die Herzogliche Bibliothek zu Wolfenbüttel besitzt ein Exemplar dieses kulturhistorischen Curiosums, das mir zur Einsicht gütigst zugeschickt wurde. Sein vollständiger Titel lautet:„Aulica vita et opposita huic Vita privata: a diversis, tum veteribus, tum recentioribus autoribus luculenter descripta, et in hoc Enchiridion collecta, atque nunc denuo in lucem edita ab Henrico Petreo Herdesiano. Accessere recens ad hanc secundam editionem cum alia probatissimorum autorum opuscula et sententiae, tum Reverendissimi Domini Antonii a Guevara, Episcopi Mondeventani, de vitae aulicae molestiis privataeque commodis, liber nusquam antehac latine
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