Aufsatz 
Die Blätter unserer Laubbäume
Entstehung
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an einer Seite eingedrückten, geſchloſſenen Ring vereinigen. Entſprechend dem fünfeckigen Quer⸗ ſchnitt des Blattſtiels bilden die Gefäßbündel bei Alnus glutinosa die vier Seiten eines an der fünften Seite offenen Fünfecks. Bei Carpinus Betulus bleiben die fünf in den Blattſtiel eingetretenen Gefäßbündel durch den größeren Theil desſelben getrennt; erſt in der Nähe der Blattfläche vereinigen ſie ſich zu einem fünfeckigen Ringe. Die ſieben in den Blattſtiel von Quercus pedunculata eintretenden Gefäßbündel bilden eine halbmondförmige Figur, in welcher die zwei ſeitlich ausgetretenen an den Ecken ſtehen, während von den fünf Gefäßbündeln, in welche ſich das mittlere geſpalten, drei auf die convexe und zwei auf die concave Seite treten. Erſt im Blatte nimmt der Gefäßbündelring eine halbkreisförmige Geſtalt an. Bei Corylus Avellana treten die drei Gefäßbündel zunächſt in Geſtalt eines Hufeiſens zuſammen. Von den ſeitlichen trennen ſich dann Theile ab, welche ſich zu einem vierten Gefäßbündel vereinigen, das, die Lücke ſchließend, mit den drei anderen ein Kreuz bildet. Dieſer vierte Gefäßbündel nimmt gegen den Blattgrund hin die Geſtalt eines Dreiecks an und ſpaltet ſich dann wieder in zwei auseinanderfahrende Streifen. Am eigenthümlichſten iſt der Verlauf der Gefäßbündel im Blattſtiele von Populus nigra. Sein Querſchnitt zeigt da, wo er den Zweig verläßt, die Geſtalt eines Dreiecks, welches zuerſt in ein Fünfeck, dann in ein Sechseck übergeht, das all⸗ mählig höher und ſchmäler wird, bis die erſte die zweite Dimenſion um das vierfache über⸗ trifft. Dieſer Geſtaltveränderung entſprechend zeigt der Querſchnitt die aus dem mittleren Gefäßbündel entſtandenen fünf zuerſt in Hufeiſenform gruppirt, während die ſeitlichen in zwei geſpalten ſind. Dann ſchließen ſich die erſteren zu einem Ring zuſammen, der ſich zu einem Oval verlängert und durch ſeitliche Einſchnürungen in drei geſchloſſene Gefäßbündelkreiſe trennt. Zwiſchen dem erſten und zweiten derſelben, von unten gezählt, entſteht ein größerer Zwiſchen⸗ raum, in welchen die ſeitlichen Gefäßbündel, gleichfalls einen Ring bildend, eintreten, ſo daß jetzt vier Gefäßbündelkreiſe übereinander liegen. Die zwei oberen ſpalten ſich am Grunde des Blattes und ſenden ihre Gefäßbündel in den den Rand des Blattes zu beiden Seiten bildenden Wulſt. Theile des folgenden Ringes treten in das erſte Paar der Rippen erſter Ordnung ein, während das zweite Paar die Gefäßbündel von dem unterſten Ringe erhält, der ſich dann wieder ſchließt. Später öffnet er ſich, um ſich mit dem darüber liegenden Ringe zu vereinigen. Aehnlich iſt der Verlauf bei Populus pyramidalis; es entſtehen indeſſen hier nur drei getrennte Gefäßbündelkreiſe.

Einfacher iſt das Verhalten der Gefäßbündel im Blatte ſelbſt. Beim Eintritt in dasſelbe oder kurz nachher in der Mittelrippe bilden ſie, wie wir ſahen, einen nach unten convexen, nach oben entweder, wie bei Ulmus campestris und Betula alba, offenen oder, wie bei Salix Caprea und Quercus pedunculata, geſchloſſenen Ring. Bei Alnus glutinosa ſchließt ſich der anfangs offene Ring erſt etwa in der Mitte des Blattes. Wir ſehen hieraus, daß beide Fälle nicht weſentlich verſchieden ſind; der zweite wird dann eintreten, wenn die Mittelrippe des Blattes gegen die untere Blattfläche mehr hervortritt. Dabei iſt immer die nach oben gekehrte Seite des Gefäßbündelringes weniger conver und es zeigt ſo derſelbe zwei Ecken, an welchen die Gefäßbundel der Rippen erſter Ordnung heraustreten, während ſie ſich, wenn der Ring oben offen iſt oder Hufeiſenform hat, an den freien Enden loslöſen. Die Trennung findet in der oben erwähnten Weiſe immer etwas unterhalb der Stelle ſtatt, wo eine Seitenrippe die Mittel⸗ rippe verläßt. Die abgetrennten Gefäßbündel der Rippen erſter Ordnung zeigen im Quer⸗ ſchnitt die Geſtalt eines Kreisausſchnittes und erweitern ſich durch ſeitliche Ausdehnung zu einer ähnlichen Hufeiſenform wie die Mittelrippe ſie zeigt. Ganz in derſelben Weiſe trennen ſich die