Aufsatz 
Die Blätter unserer Laubbäume
Entstehung
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Gemeinſam läßt ſich von allen zwölf unterſuchten Pflanzen ſagen, daß zunächſt der Gefäß bündelring des Zweiges von ſeiner regelmäßigen, theils kreisförmigen, theils polygonen Geſtalt in der Art abweicht, daß er an drei Stellen ſich ſtärker ausdehnt und zwar wird dieſe Geſtalt veränderung zuerſt als eine Anſchwellung des Markes bemerkbar. Es treten dann an dieſen drei Stellen Gefäßbündel aus, während der Kreis der übrigen ſich ſogleich wieder ſchließt. An der Stelle, wo der mittlere Gefäßbündel ausgetreten, bleibt eine ſtärkere Ausbiegung zurück, welche gegen den Anheftungspunkt des Blattes hin ſich erweitert und endlich als Gefäßbündel⸗ kreis der Axillarknospe abſchnürt. Die Gefäßbündel der letzteren ſind als ſpäter entſtanden durch ihre hellere Farbe leicht zu unterſcheiden. Zeigt der Durchſchnitt des Gefäßbündelringes im Zweige ein regelmäßiges Fünfeck, wie bei Quercus pendunculata, Salix Caprea und den Populus-Arten, ſo findet der Austritt an drei Ecken desſelben ſtatt; zeigt er ein Dreieck, wie bei AInus glutinosa, ſo bleiben zwei Ecken desſelben unverändert, die dritte rückt hinaus und an den Seiten des ſo entſtandenen gleichſchenklichen Dreiecks entſtehen zwei Ausbtegungen und zwei neue Ecken, welche wieder verſchwinden, ſobald die ſeitlichen Gefäßbündel ſich dort abge⸗ trennt haben. Der kreisrunde Durchſchnitt, wie ihn Fagus sylvatica, Carpinus Betulus, Corylus Avellana und Ulmus campestris zeigen, nimmt bei Corylus zunächſt eine eiförmige, bei Fagus eine dreieckige, bei Ulmus eine faſt viereckige Geſtalt an; alle aber kehren zu der früheren Geſtalt zurück, nachdem die drei Gefäßbündel des Blattes und die der Axillarknospe ſich abgetrennt haben. Verfolgen wir die erſteren, ſo ſpaltet ſich das mittlere oft unmittelbar nach der Trennung in zwei(bei Fagus sylvatica) oder drei Theile(bei Carpinus Betulus) oder es zeigt anfangs zwei, dann fünf getrennte Bündel(bei Populus pyramidalis und nigra), was eine Trennung und Wiedervereinigung in der Mitte vorausſetzt. Gleichzeitig rücken die ſeitlich ausgetretenen Gefäßbündel dem mittleren näher, welcher Verlauf äußerlich durch zwei querlaufende Wulſte bezeichnet iſt, die ſich von der Mitte des Stammes gegen den Anheftungs⸗ punkt des Blattes hinziehen. Auch ſie ſpalten ſich bisweilen noch in zwei Theile(bei Populus); in allen Fällen aber rücken ſie mit den mittleren Gefäßbündeln zu einer mehr oder weniger halbmondförmigen Figur zuſammen, ehe ſie in den Blattſtiel eintreten. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß der Zweig unter dem Anheftungspunkt des Blattes an Umfang bedeutend zunimmt. Namentlich entſteht eine große Menge Parenchym zwiſchen dem zuerſt ausgetretenen Gefäß⸗ bündel und denjenigen des Zweiges, reſpektive der Axillarknospe. Die Grenze zwiſchen Blatt⸗ ſtiel und Zweig iſt durch zwei Einſchnürungen der Rinde angedeutet. Die Fläche ſelbſt, welcher entlang beide beim Abfallen des Blattes ſich von einander trennen, wird erſt im Herbſte be⸗ merkbar, wo eine Schicht Korkzellen von außen nach innen fortſchreitend ſich bildet und das Rindenparenchym des Blattſtiels von dem des Zweiges trennt. Die Entſtehung derſelben iſt beſonders bei Populus nigra leicht zu verfolgen. Durch dieſe Schicht treten die Gefäßbündel in den Blattſtiel hinaus und ſind nach dem Abfallen des Blattes ſowohl am Zweig als an dem Blattſtiel auf der Trennungsfläche als Narben mit unbewaffneten Angen zu erkennen. Innerhalb des Blattſtieles iſt der Verlauf und die Gruppirung der Gefäßbündel ſehr verſchieden. Bei Betula alba iſt die Sache am einfachſten. Die drei Gefäßbündel treten zu einem größeren Ringausſchnitt zuſammen, deſſen convexe Seite nach unten gekehrt iſt und der gegen den Blatt⸗ grund hin eine hufeiſenförmige Geſtalt annimmt. Aehnlich iſt der Verlauf bei Ulmus cam- pestris; nur ſchließen ſich hier die drei Gefäßbündel zu einem ovalen Ring zuſammen, welcher erſt gegen den Blattgrund hin ſich wieder öffnet. Bei Salix Caprea geht jedes der drei in den Blattſtiel eingetretenen Gefäßbündel zuerſt in einen Ring über, ehe ſie ſich zu einem einzigen,

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