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pulus pyramidalis Roz., Populus nigra L., Populus tremula L., Salix Caprea L. und Ulmus campestris L.
Gehen wir aus von der Stellung der Blätter am Zweige, ſo iſt dieſelbe zunächſt abhängig von ihrer Entſtehung unter dem Vegetationskegel der Endknospe. Wenn, wie bei unſeren Laubbäumen, nirgends zwei oder mehrere Blätter in gleicher Höhe entſtehen, erhalten wir eine ſpiralförmige Stellung. Bekannt iſt das von A. Braun und C. Schimper auf⸗ geſtellte Geſetz, daß auf der Spirallinie, welche die Anheftungspunkte der Blätter verbindet, dieſelben ſo vertheilt ſind, daß auf eine gewiſſe Anzahl Windungen eine beſtimmte Anzahl Blätter kommt und daß die Brüche, welche den beobachteten Fällen entſprechend den zwiſchen zwei Blättern liegenden Theil eines ganzen Umgangs ausdrücken, ½, G, C, u. ſ. w. ſind. Daß dieſe Brüche eine Reihe bilden, in welcher jeder durch Addition der Zähler und Nenner der zwei vorhergehenden erhalten werden kann, dürfte weniger auffallend erſcheinen, wenn wir dleſelben in Deelnnalbeüiche verwandeln: ½= 0,5; ⅛h= 0,333..;= 0,4; 3⅞= 0,375; 5/13= 0,384615; ½4.= 0,380952; ¹4—= 60,382353; 215= 0,381818; 3 59= 0, 382022; 55/⁄134= 0,381944; 89/½233= 0,381974, ¹115.= 0,381963; 2330= 0,381967; ³⁄%,= 0,381965. Wir ſehen dann, daß ihr Werth von zwei Seiten einer Grenze ſich nähert, welche in Graden ausgedrückt den von den Gebrüdern Bravais auf⸗ geſtellten Divergenzwinkel von 137⁰ 30˙ 28“ ergibt. Offenbar liegt alſo dieſer allen ſpiral⸗ förmigen Blattſtellungen zu Grunde und die beobachteten einfacheren ſind nur Abweichungen, welche in der ⸗ und ½ ⸗Stellung ihr Maximum erreichen. Es erklären ſich dieſe Ab⸗ weichungen leicht aus dem Zuſammenhang der Gefäßbündel des Blattes und des Stammes. Die am Grunde eines Blattes entſtehenden Gefäßbündel ſchieben ſich zwiſchen diejenigen des Stammes ein und es wird dieſes an der Stelle am leichteſten geſchehen, wo das ausgetretene Gefäßbündel eines tiefer ſtehenden Blattes eine Lücke gelaſſen hat; die ſenkrechte Stellung beider über einander iſt die Folge davon. Je nachdem nun die Gefäßbündel des Blattes mehr oder weniger zwiſchen denen des Stammes herablaufen, wird bald ein näher, bald ein ent⸗ fernter ſtehendes Blatt durch das neu entſtandene in dem Gefäßbündelkreis repräſentirt werden. Denken wir uns von dem neu entſtehenden Blatt eine ſenkrechte Linie herabgezogen, ſo werden von den auf einer normalen Spirale mit dem obigen Divergenzwinkel ſtehenden Blättern das nächſt untere 137⁰ 30˙ 28“, das 2te 840 59˙ 4“, das 3te 52⁰ 32/ 36“, das 4te 169⁰0 58/ 8, das 5te 32⁰ 27 40“, das 6te 105⁰0 2 47“, das 7te 117⁰ 26 44“, das 8te 22⁰, 16 19“, das 9te 157⁰ 34˙ 11“, das 10te 640 55 7“, das 11te 72⁰ 35 7“, das 12te 149⁰ 54˙ 25“, das 13te 20⁰ 39/ 55“, das 14te 135⁰0 6/ 31“ von dieſer Senkrechten entfernt ſein. Die Ab⸗ weichung iſt am geringſten beim 3ten, 5ten, 8ten, 13ten und wenn wir weiter gerechnet hätten dem 34ſten und 55ſten Blatte. Es darf uns demnach nicht Wunder nehmen, daß das neue Blatt am häufigſten ſich über dieſe ſtellt.
Abweichungen von dem normalen Divergenzwinkel werden außerdem durch die Ent⸗ wicklung und Richtung des Zweiges veranlaßt. Wenn eine Seite desſelben ſich ſtärker ent⸗ wickelt, wird dadurch die Stellung der Blätter natürlich auch geändert. An wagrecht liegenden Zweigen haben die Blätter ein Beſtreben, eine horizontale Lage einzunehmen und oft kommt dadurch allein die ½ ⸗Stellung zu Stande. Unter den von mir unterſuchten Laubbäumen iſt bei Quercus pedunculata und den Populus-Arten die ⅞6⸗Stellung am deutlichſten ausgeprägt und dem entſprechend zeigt nicht nur das Mark eine fünfeckige Geſtalt, ſondern auch die Spitzen der Zweige ſind fünfkantig; auch Salix Caprea gehört hierher. Die ⅛⸗Stellung,


