Aufsatz 
Elternhaus und Schule / von Wilhelm Karl Lex
Entstehung
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4. Knabenchor wöch. 1 St. Zwei- und dreistimmige 4. Körperübungen. Lieder. .. I. bis VII. Kl. wöch. 4 St. Im Sommer: Riegenturnen auf 5. Männerchor wöch. 1 St. Quartette und Chöre. dem Turnplatze mit allen Schülern des Gymnasiums; im Winter: Einüben der Vorturner und einer Riege 6. Gemischter Chor. Lieder, Choräle etc. Christ. Freiwilliger an Reck und Barren. de Laspée.

C. Aesthetische Bildung.

Zur Ausbildung des Schönheitssinnes bietet ausser der Anstalt die grössere Stadt manch- fache Gelegenheit, deren Benutzung den Schülern erlaubt wird, soweit es die Grundsätze einer vernünftigen Erziehung gestatten. Auch fehlt es nicht an Privatunterricht im Tanzen, Reiten, Fechten, Schwimmen und zur Weiterbildung in Musik, Zeichnen und Malen. An dem für Primna und Obersekunda nicht mehr verbindlichen Gesangunterricht haben sich aus den genannten Abtheilungen 6 Schüler betbeiligt. Ausserdem hatte sich unter Aufsicht des Gym- nasiums noch ein Privatgesangverein gebildet, welcher viel zur Verschönerung der Schulfeste beitrug. Der Reitunterricht, welcher den Schülern der zwei Oberklassen von einem dazu angestellten Reitlehrer um einen ermässigten Preis ertheilt wird, ist im verflossenen Jahre von 9 Schülern benutzt worden.

Eine strenge disciplinarische Ueberwachung der Schüler ausserhalb der Schule kann in einer grösseren Stadt von der Anstalt nur unter thätiger Mitwirkung der Eltern, der Haus- wirthe und der Polizeibehörde statt finden, wesshalb das Gymnasium auch vorzugsweise an diese sich mit der Bitte wendet, ihm dabei ihre Unterstützung wie bisher auch ferner zu ge- waähren. Klagen über das Betragen der Schüler sind nicht vorgekommen.

E. Physisches Wohl der Lehrer und Schüler.

Mit Ausnahme der Krankheit des Professors Schmitthenner, der wegen andauernden Unwohlseins schon die letzten Wochen des Sommerhalbenjahres seinen Unterricht aussetzen musste und zur Wiederherstellung seiner Gesundheit das ganze Winterhalbejahr beurlaubt war, ist der Gesundheitszustand bei Lehrern und Schülern im Ganzen gut gewesen.

II. Chronik des Gymnasiums.

Anfang des Schuljahres den 23. April 18555. Pfingstferien vom 26. Mai 4 Juni. Turnfahrt in 3 Abtheilungen. Mit der ersten den 23, 24 und 25, mit der zweiten den 24 und 25, mit der dritten den 25. Juli. Das Geburisfest Seiner Hoheit des Herzogs am 24. Juli konnte im Gymnasium diessmal nicht gefeiert werden, weil der Versammlungssaal noch immer von Herzoglicher Landesregierung als Registratur benutzt wird. Herbsiprüfung den 10. und 11. September. Anfang des Winterhalbenjahres den 10. Oktober. Turnfest in Bierstadt den 30. Oktober. Weinachtsferien vom 23. December 1855 3. Januar 1856. Konzert und Ball der Gymnasiasten den 26. Januar. Schriflliche Maturitätsprüfung zum Abgang auf die Universitat vom 4. 11. Februar.

Ausser dem Versammlungssaale ist für die Regierungsregistratur während des ganzen Schuljahres der Anstalt noch ein Klassenzimmer und während der Dauer des Landtages auch noch das Zeichenzimmer zu den Sitzungen der zweiten Kammer entzogen gewesen, was für den Unterricht mancherlei Störungen verursachte.