Aufsatz 
Über Zweck, Einrichtung und Notwendigkeit der Bürger- und Realschulen
Entstehung
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denſelben Begriff und Gedanken in verſchiedenen Sprachen, verſchieden im Worte, im Satze und in der ganzen Rede dargeſtellt findet, lernt er das allgemein Geiſtige von ſeiner individuellen Einkleidung, den abſtrakten Inhalt von ſeiner aͤußeren Form ſcheiden, und nur auf einem ſolchen, durch Sprachſtudien zur Allgemeinheit des Geiſtes zubereiteten Boden kann das Reich der Ideen, wie es ſich in Kunſt und Wiſſenſchaft darſtellt, dereinſt gedeihen.. Der Unterricht in der engliſchen Sprache darf aus Gründen, die in ihr ſelbſt und in äußeren Verhältniſſen liegen, bei uns erſt dann angefangen werden, wenn die Schüler in dem Franzöſiſchen ſchon eine gewiſſe Fertigkeit erlangt haben, und zweckmäßig erſcheint es, das Deutſche und Franzöſiſche wegen ihrer Wechſelbeziehung und Vergleichung mit einander in einer und derſelben Klaſſe, zumal in den unteren, in die Hand deſſelben Lehrers zu legen.

Da die künftige Thätigkeit der meiſten Schüler, welche in Realſchulen ihre Bildung ſuchen, auf eine wiſſenſchaftliche Erkenntniß der Natur, ihrer Geſetze und Erzeugniſſe und deren Umwandlung durch Kunſtfleiß ſich gründet, ſo muß in dieſen Anſtalten auf die Wiſſenſchaften, welche die Geſammtheit der Naturkörper nach Form und Inhalt quantitativ und qualitativ umfaſſen, auf Mathema⸗ tik und Naturwiſſenſchaften, größere Rückſicht genommen und längere Zeit verwendet, das Ziel für ſie höher geſteckt und mehr auf die praktiſche Anwendung hingewieſen werden, als in den Gymnaſien.

Die Mathematik nimmt wegen ihrer formal bildenden Kraft, ihrer Anwen⸗ dung auf die meiſten Gewerbe, welche auf Befriedigung unſerer Bedürfniſſe oder auf Bequemlichkeit und Verſchönerung des menſchlichen Lebens gerichtet ſind, und wegen ihrer Unentbehrlichkeit für ein gründliches Studium der Naturlehre und Erdbeſchreibung eine der erſten Stellen unter den Lehrgegenſtänden der Realſchule ein. Ihre Wichtigkeit in dieſer Beziehung iſt allgemein anerkannt, und über das, was von ihr und in welcher Weiſe es in dieſen Anſtalten durchgenommen werden ſoll, ſind die Anſichten nicht ſehr verſchieden. Nicht nur die ganze niedere oder bürgerliche Rechenkunſt, in den oberen Klaſſen mit ihrer Anwendung auf das kauf⸗ männiſche Rechnen und die Buchhaltung, muß hier bis zur Geläufigkeit geübt, ſon⸗ dern auch auf ihre wiſſenſchaftliche Grundſätze zurückgeführt, und die höhere Rechen⸗ kunſt ſo weit durchgenommen werden, etwa bis zu den erſten Elementen der Ana⸗ lyſis, daß der Schüler ſpäter auch ohne Anleitung des Lehrers wiſſenſchaftliche Werke darüber mit Nutzen für ſich ſtudiren kann.

In der Geometrie iſt zu der reinen Elementargeometrie, wobei in den höhe⸗ ren Klaſſen auf ihre Anwendung im Feldmeſſen nnd in kubiſchen Berechnungen hingewieſen werden muß, Trigonometrie, beſchreibende Geometrie und der Anfang der Kegelſchnitte zuzufügen.

Was die Methode dabei betrifft, ſo darf der Lehrer durch einzelne, talentvolle Schüler ſich nicht verleiten laſſen, zu raſch voranzugehen, oder Lehren vorzu⸗ tragen, welche die erſt ſich entwickelnde Kraft des Jünglings in der Regel überſteigen.Eile mit Weile muß ſeine Loſung ſein, da bei dem in⸗