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der schönsten. Die Form ihrer stylistischen Darstellungen gefällt, auch ab- geschen von deren Iuhalte, schon um ihrer selbst willen. Sinnliche An- schaulichkeit des Ausdrueks vereinigt sich in ihr mit der grössten Freiheit und Leichtigkeit der Dewegung. Sie verbindet Wohllaut mit Rraft, Würde mit Gewandtheit, Leben mit Ebenmass und Haltung. Lessing, Wieland, Göthe, von Humboldt und Andere Refern dazu hinlängliche Beweise. Die Sprache ist der Ausfluss und der Abdruck nicht nur der ganzen in- tellektuellen, sondern auech ästhetischen Bildung eines Volkes und daher um so vollkommner, je höher beide stehen. Da nun die Deutschen an Ausbil. dung hinter keinem Volke zurückgeblieben sind, da sie in allen Zweigen der Wissenschaft und Runst sich vielfältig versucht und zum Theil Grosses darin geleistet haben, so musste natürlich ihre Sprache die Fähigkeit erhalten, sich jedem Sinne und jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Gemüthsstim- mung anzulegen, wie ein passendes Gewand. Wo sie nicht so erscheint, da liegt die Schuld nicht an der Sprache, sondern an der Unbeholfenheit in ihrem Gebrauch. Garve*) sagt schon im vorigen Jahrhundert von ihr: „Betrachte ich die deutsche Sprache insbesondere, so wie sie sich durch die Einwirkung aller angezeigten Ursachen bis auf den jetzigen Zeitpunkt wirklich ausgebildet hat, so scheint sie mir in der That zu derjenigen Reife Kelangt zu sein, bei welcher an jedem Produkte der Natur und der Runst die grossen Veränderungen aufhören, und nur der Genuss und der Gebrauch noch einer erhöheten Vollkommenheit fähig ist. Es scheint mir, dass, wenn die Werke unserer Literatur noch nicht in demjenigen Glanze vor den Au- gen der übrigen Nationen erscheinen, mit welchem die Alten sie auf sich gezogen haben, diess nicht Schuld der Sprache, sondern der Schriftsteller nnd der Nation selhst sci u. s. w. und an einer andern Stelle:»Schon oft hat man eine Sprache für unfähig zu gewissen Gattungen des poëtischen oder rednerischen Styles gehalten, bis in der Nation, welche diese Sprache re- dete, der Mann erschien, der das Genie jener Gattung besass. Sobald diess geschah, fand sich, dass die Farbe und das Eigenthümliche des Ausdrucks — *) Einige allgemeine Detrachtungen über Sprachverbesserungen.


