Aufsatz 
Welche Stelle ist dem Unterrichte in der Muttersprache auf den deutschen Gymnasien einzuräumen? / von Wilhelm Karl Lex
Entstehung
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Menge von Begriffen, die genau von einander geschieden sind. Je mehr Wörter aber eine Sprache hat, desto bestimmter drückt sie den darzustel- lenden Gedanken aus. Jedes Wort bezeichnet einen eignen Begriff, und die sogenaunten Synonymen sagen nie das Nämliche, sondern geben immer ebensoviele verschiedene Schattirungen derselben Vorstellung. Je mehr Be- deutungen einem und demselben Worte untergelegt werden müssen, je nach der Stelle und dem Gedanken, desto unbestimmter und unvolllommner ist dadurch die Sprache, weil der eigenthümliche Ideengang des Hörers oder Lesers ihn in Gefahr bringt, durch die schwvankende Bezcichnung eine ganz andere Vorstellung, als die beahsichtigte, in sich aufzunehmen. Wort- reichthum, der, wie wir geschen haben, zugleich Gedankenreichthum ist, kann aber der Anwendung einer Sprache zum formalen Bildungsmittel nur förderlich sein; denn durch ihn lernt der Schüler die Begriffe scharf von einander scheiden, lernt das, was er hört und liest, genau auffassen und seine Gedanken ebenso genau und bestimmt Andern mittheilen.

Die Bestimmtheit einer Sprache liegt zwar nicht allein in der Menge ihrer Wörter, sondern ebenso' sehr in der Stellung und Verbindung derselben, die erst den auszudrückenden Gedanken klar und deutlich darstellen. Aber auch darin steht die deutsche Sprache gegen die alten nicht zurück, so leicht auch das Griechische und Lateinische durch ihre bestimmten Endungssylben die Beziehung der einzelnen Wörter auf einander uns erkennen lassen, so viele Freiheiten der Wortstellung sie uns gewäühren, so sehr sie durch die vielen Partieipialconstruetionen die Gedanken, ich möehte sagen, näher zusammenrücken und dem geistigen Auge übersichtlicher darstellen, und es dadurch möglich machen, sich kurz, bestimmt und kräftig auszudrücken. Dieses sind Vorzüge, die wir in dem Deutschen nicht in gleichem Grade besitzen, aber allein desswegen über unsere Muttersprache den Stab brechen zu wollen, schiene mir übereilt; denn es gibt wohl keine Sprache, in der sich nicht irgend ein Vorzug vor andern, selbst anerkannt vollkommne,

60,000 neue Wörter in sein grosses Wörterbuch aufgenommen und Rüalat und Wäll⸗ versprechen über 100, 000 neue au liefern. 4 3: