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eben dieſe Leibesvorzüge liegen alle beſchloſſen und begründet im Geiſte, weil alle Leiber als Organe und Gefäße grade für das disponirt und vorgebildet erſcheinen, was in ſie gebettet iſt, was in ihnen wohnen, ſich entfalten und wirken ſoll. Daß der Menſchenleib eine auf⸗ rechte Stellung und graciöſe Bewegung mit Hand und Fuß hat, daß der Menſch ein Geſicht, im Geſichte einen Mund, im Munde eine ſprechfähige Zunge hat, daß wir fürs Schöne organiſirte Augen und Ohren haben ꝛc., das Alles iſt geiſtlich, von dem Allem lieget die Bedingung, die Urſach und der Grund lediglich im Geiſte. Man vergleiche 2. Cor. 5, 4- 6. 1. Cor. 15, 38— 44. und auf Grund der Geneſ. Weisheit 2, 23. Sir. 17, 1—13. Die höchſte Würde und die erhabenſte Beſtimmung des Menſchen legen ſich aber zu Tage in der geiſtigen Entfaltung ſeines Gefühls⸗, Erkenntniß⸗ u. Willensvermögens zum Gefühl fürs Schöne, zur Vernunft und zum ſittlich⸗freien Willen, wozu die geiſtigen Lebensprinzipien, Anlagen, Keime, Kräfte und Triebe, die ſogenannten Ideen, mit der geiſtigen Natur ihm eingeboren ſind. Die köſtliche Ideenlehre als die Lehre vom Geiſte und den geiſtlichen Realitäten, alſo von den ewigen prinzipiellen Dingen, wird zwar immer für uns in der Zeit ihre Schwierigkeit und myſtiſche Dunkelheit behalten; ſehr unvollkommen und unklar mußte ſie zumal bei den heidniſchen Philoſophen, ſelbſt bei dem ſo tiefſinnigen Plato bleiben. Seitdem indeſſen durch den menſch⸗ gewordenen Logos und Träger des göttlichen Geiſtes das Weſen des menſchlichen Geiſtes zu einer völligeren Offenbarung gekommen iſt, und das Licht des Evangeliums leuchtet, kann ſich allerdings die Ideenlehre klarer in unſerem Bewußtſein entfalten.
Obwohl ſich auch von den Ideen engere und weitere Idealbegriffe(zum Unterſchiede von den Material⸗ und Formalbegriffen) abſtrahiren laſſen, ſo ſind doch die Ideen ſelbſt nichts weniger als bloſe Begriffe. Ideen ſind weſentliche Realitäten, aber geiſtige Realitäten, und zwar grade deßhalb die realſten von prinzipieller und lebengebender Bedeutung. Nach der dreieinheitlichen Konſtitution des menſchlichen Seelenlebens als eines fühlenden, denkenden und wollenden iſt auch das der Seele eingeflößte Geiſtesleben dreieinheitlich geartet unter den Formen des geiſt lichen Fühlens, des geiſtlichen Denkens und des geiſtlichen Wollens, ſodaß man in dieſer Hin⸗ ſicht, wie ſchon früher erwähnt, von drei ganz beſonderen höheren Seelenkräften redet, vom Schönheitsgefühl, von der Vernunft und von dem, dem Gewiſſen folgenden, freien Willen. Dieſe drei ſ. g. Kräfte beruhen aber im Grunde auf nichts Anderem, als auf den mit dem Geiſte den drei allgemeinen menſchlichen Seelenkräften eingeprägten normativen göttlichen poſitiven Triebkräften oder weſenhaften, prinzipiellen Muſteridealen für alles Fühlen, Denken und Wollen. Dieſe weſenſchaften, lebenskräftigen, treibenden Muſterideale in uns ſind die Ideen, und naturgemäß müſſen es deren der Grundgattung nach drei ſein; es ſind die Ideen des Schönen, Wahren und Guten. Wehe, wehe, wo dieſe Ideen von Menſchen oder Völkern vergeſſen, geläugnet oder verachtet werden; Entmenſchung allenthalben!
Fragt man, ohne auf eine weitere Zerlegung und Eintheilung der Ideen einzugehen, im Allgemeinen nach der Weſensbeſchaffenheit der Ideen, ſo läßt ſich nicht viel mehr ſagen, als daß ſie göttlichen Weſens, göttlicher Natur, aus Gott ſind, und daß ſie alle ihre volle ewige Exiſtenz in Gott ſelkſt haben, zu deſſen Ebenbilde ſie den Menſchen machen ſollten. Sind aber die Ideen im Menſchen geiſtliche gottebenbildliche Elemente und Muſterbilder, göttliche


