30
Bericht über den Zuſtand des Taubſtummen-Inſtituts zu Camberg, im Schuljahre 185%” von dem
Schulinſpector Pfarrer Schard zu Idſtein.
I. Lehrverfaſſung. A. 1. Schulinſpector: Pfarrer Schard zu Idſtein. 2. Tehrercollegium.
An der Anſtalt wirkten wie bisher: 1) Georg Chriſtian Deußer, Oberlehrer; 2) Bern⸗ hard Meckel, Lehrer; 3) Carl Prieſter, Lehrer; 4) Johann Jung, Lehrer; 5) im Som⸗ mer: W. Müller, im Winter: Peter Marx, Schulcandidat. Den Induſtrieunterricht beſorgten Werkführer Johann Stehling für die Knaben und Magdalene Rühl für die Mädchen.
B. Ulnterricht.
In dem Lehr- und Stundenplan iſt gegen das vorige Jahr keine Veränderung ein— getreten.
Kleberſicht der im Schuljahre 185%⸗ behandelten Tehrgegenſtände.
I. Religionsunterricht. Für die evangeliſchen Zöglinge. a. Religion. I. und II. Kl. Das Weſentlichſte aus der Glaubens⸗ und Pflichtenlehre, mit beſonderer Rückſicht auf den ſprach⸗ lichen Standpunkt und die Faſſungskraft der Schüler; dabei Erläuterung von paſſenden Bibelſprüchen. III. Kl. Anregung und Belebung der religiöſen und moraſſchen Anlagen durch Veranſchaulichung aus der bibliſchen
Geſchichte, ſowie aus dem Lebenskreiſe der Kinder ſelbſt, mit ſteter Hinweiſung auf und Belehrung über das Weſen, die Eigenſchaften, die Werke und Gebote Gottes. Zuſammen wöchentlich 4 Stunden.
b. Bibliſche Geſchichte. I. und II. Kl. Bibliſche Geſchichte des neuen Teſtaments nach Schwier's„bibliſche Geſchichte für Taubſtumme“, veranſchaulicht durch die bibliſchen Bilder von Fliedner und von Schnorr.
III. Kl. Geſchichte aus dem alten und neuen Teſtamente, nach Schwier, veranſchaulicht an bibliſchen Bildern. Zuſammen wöchentlich 4 Stunden. Oberlehrer Deußer.


