Aufsatz 
Die wichtige Pflicht der Lehrer, den Gefahren des Formalismus mit aller Sorgsamkeit zu begegnen
Entstehung
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aufgenommen in die III. Klaſſe 11, bedingt zur Probe auf ½ Jahr 5. Später wurden von den 4 zurückgewieſenen noch 3 bedingt aufgenommen, ferner 1 in die II. Klaſſe, ſo daß die ganze Aufnahme 21 betrug.

Zu der am 1. Juli unter Leitung des Direktors von den Seminarlehrern Müller und Meiſter und den ſtädtiſchen Elementarlehrern Hilpiſch und Herber abgehaltenen Adſpiran⸗ tenprüfung hatten ſich 13 Präparanden eingefunden, die alle als Adſpiranten aufgenommen wurden.

Das Schuljahr wurde am 15. Juni eröffnet, die Herbſtferien dauerten vom 23. Sep⸗ tember bis 25. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. December bis 3. Januar. Sommer⸗ und Winterhalbjahr wurden um 7 Uhr mit Gottesdienſt in der Hauskapelle eröffnet, dem alle Lehrer und Schüler beiwohnten. Um 8 Uhr war Cröffnnng im Schulſaal mit Choralgeſang, Gebet, Mittheilung der Schulgeſetze und Anſprache des Direktors an Lehrer und Schüler.

Die Trimeſtralcenſuren wurden in der im vorjährigen Programm S. 16 angegebenen Weiſe abgehalten. Um Betragen und Fleiß der Schüler möglichſt zu überwachen und zu fördern, wurden nach Konferenzbeſchluß vom 14. Juni 1859 neben den Trimeſtralcenſuren noch monat⸗ lich mündliche Cenſuren über Fleiß und Betragen gehalten. Bei dieſen Cenſuren wurden ganz beſonders die Wahrnehmungen bei den häuslichen Beſuchen berückſichtigt.

In religiöskirchlicher Hinſicht iſt die im vorjährigen Programm S. 16 angegebene Uebung beibehalten worden.

Das Geburtsfeſt Seiner Hoheit unſeres allgeliebten Herzogs war wie jedes Jahr ein Feſt- und Freudentag für das Seminar. Es wurde gefeiert durch Hochamt in der Pfarrkirche und Konzert im Schulſaal. Die Feſtrede des Seminarlehrers Müller führte aus, daß nur das Chriſtenthum Regenten und Unterthanen wahrhaft glücklich machen, daß nur chriſt liche Staaten ihre hohe Aufgabe zum Segen der Menſchheit erfüllen können.

Wie früher, ſo gab auch in dieſem Jahre kurz vor Weihnachten das Seminar ein zahl reich beſuchtes Konzert, deſſen Ertrag zu einem wohlthätigen Zweck verwendet wurde. Unter den Beiſteuernden müſſen ganz beſonders genannt werden: Se. K. K. Hoheit der durchlauchtigſte Herr Erzherzog Stephan in Schaumburg und der Hochwürdigſte Herr Biſchof P. J. Blum in Limburg.

Zur Feier des 100jährigen Geburtstages des Dichters Joh. Chr. Friedr. v. Schiller am 10. November 1859 gab das Seminar ein recht zahlreich beſuchtes Konzert. Die Feſtrede hielt der Direktor.

Bei der allgemeinen Aufbeſſerung der Staatsdienerbeſoldungen wurde auch das hieſige Lehrerkollegium in einer Weiſe bedacht, die es zum wärmſten Danke verpflichtet.

III. Sta tiſtik.

Die Geſammtzahl unſerer Zöglinge betrug im Sommerhalbjahr 48, im Winterhalbjahr 49. Von dieſen wohnen 3 Schüler aus der I. Klaſſe, dann alle Schüler der II. und III. Klaſſe, bis auf die aus Montabaur gebürtigen, im Internat.

Für Vermehrung der Bibliothek und der verſchiedenen Sammlungen, Apparate und Mo⸗ biliargegenſtände waren auch in dieſem Jahre anſehnliche Summen verwilligt, welche nach Be dürfniß ſachgemäß verwendet wurden. Unter den Mobiliargegenſtänden verdient eine beſondere Erwähnung die lang erſehnte, nach der hier folgenden, von Herrn Muſiklehrer Meiſter ent⸗ worfenen Dispoſition, von Herrn Voigt in Igſtadt gebauete Seminarorgel.

. Hauptmanual. 1) Prinzipal 8. 2) Oktav 4°. 3) Cyndackt 8. 4) Flauto traverso 8 5) Gemshorn 4¼ꝗ 6) Mißtur dreifach. II. Nebenmanual. 1) Salicional 8. 2) Flauto dolce 4. III. Pedal. 1) Subbaß 16. 2) Violon 8. IV. Nebenzüge. 1) Windablaß. 2) Manualkoppel. 3) Pedalkoppel. 4*