Aufsatz 
Die obersten Grundsätze, nach welchen die Seelenlehre an Schullehrerseminarien zu behandeln ist
Entstehung
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49 n. Chronik.

In der am 14. und 15. März vorigen Jahres vergenommenen Concursprufung, zu welcher 19 Aſpiranten erſchienen waren, erlangten 17 die Aufnahme in die lII. Klaſſe. Am 1. Mai wurde feierlich das Sommerſemeſter eröffnet und ununterbrochen bis zum 13. September fortge⸗ führt, an welchem Tage die öffentliche Herbſtprüfung ſtattfand. Unter den Frühlingsausflügen verdienen die nach dem Bade Nauheim und zur altrömiſchen ſ. g. Saalburg auf der Homburger Höhe beſonderer Erwäͤhnung. Das Geburtsfeſt Sr. Hoheit, unſeres geliebten Herzogs, wurde wiederum von der Anſtalt öffentlich gefeiert; der Seminardirector ſprach im Morgen⸗Gottesdienſte das Gebet, und Hr. Seminarhilfslehrer Breidenſtein hielt in dem Nachmittags⸗Concerte die Feſtrede. Gegen Ende Auguſt beſuchte der Director und Herr Lehrer Zitzer mit der I. Klaſſe das Taub⸗ ſtummeninſtitut zu Camberg, um die Zöglinge theils ſür die Sache der Taubſtummen anzuregen, theils ſie recht unmittelbar auf die Anſchaulichkeit des Unterrichts hinzuweiſen. Die ſehr freund⸗ liche Aufnahme, welche wir von Seiten der dortigen Herrn Lehrer und vieler Bewohner Cam⸗ bergs erfuhren, muß hier dankbar anerkannt werden.

Das Winterſemeſter begann den 12. Oktober und erfnhr durch 14 Tage Weihnachtsferien eine Unterbrechung. Das Kirchweihfeſt der hieſigen Gemeinde feierten Lehrer und Zöglinge durch einen erheiternden Abend geſelligen Beiſammenſeins im Speiſeſaale des Internats. Auch veran⸗ ſtaltete das Seminar 3 Concerte, deren mittleres mit einer Chriſtbeſcheerung an arme brave Schulkinder der Stadt verknipft war; ein recht zahlreicher Beſuch lohnte jedesmal den Fleiß der Zöglinge und die einſichtsvolle, erfolgreiche Hingebung des Herrn Seminarlehrers Feye.

In der Mitte des Sommer⸗ und Winterſemeſters fand in Verbindung mit einer beſonderen Andacht eine allgemeine Cenſur ſämmtlicher Zöglinge ſtatt, wobei die geeigneten Anſprachen und Ermahnungen ihren Platz fanden. Während der Paſſionszeit dehnten ſich die gewöhnlichen Abendandachten zu beſonderen Paſſionsandachten aus. Auf Pfingſten und am erſten Advente Zöglinge mit den Lehrern(nur wenige machten eine Ausnahme) das heilige Abendmahl.

Es wurden in dieſem Jahre 675 fl. zur Vertheilung von Stipendien an unbemitteltere brave Zöglinge der oberen Klaſſen durch hohe Landes Regierung huldreichſt verliehen; die Ver⸗ theilung geſchah höherer Verfügung zufolge nach dem durch Generale vom 11. Januar 1823 ausgeſprochenen Grundſatze einer minder zahlreichen Parcellirung der Stipendienſumme.

Eine Regiminalverſügung vom 21. Auguſt 1855die Programme der Herzoglichen Semi⸗ narien und des Taubſtummeninſtituts betreffend, gibt die Erlaubniß, daß für die Zukunft den in Ein Programm zuſammen zu druckenden Schulnachrichten der drei genannten Anſtalten eine wiſſenſchaftliche Abhandlung, verfaßt von einem der Directoren, oder auf vorgetragenen Wunſch von einem Lehrer, vorangedruckt werde. Dieſelbe ſoll eine Frage aus dem Bereiche des geſamm⸗ ten Volksſchulweſens, ſey's aus dem Gebiete der Pädagogik, Methodik und Didaktik, ſeys aus dem der Verwaltung der Volksſchule, auf einem Naume von zwei Druckbogen behandeln und den Zweck verfolgen, den Einfluß der Lehrerkollegien auf die Bildung des Lehrerſtandes auch uͤber die Grenzen des Seminarunterrichts auszudehnen.

III. Statiſtik.

Die Geſammtzahl unſerer Zöglinge betrug in dieſem Schuljahre 58, von denen 20 der erſten, 21 der zweiten und 17 der dritten Klaſſe angehören. Zur Vermehrung der Seminarbibliothek wurden wieder 100 fl. verwilliget und ver⸗ wendet; deßgleichen nicht unbedeutende Summen zur Vervollſtändigung der Sammlungen 2