Aufsatz 
Die obersten Grundsätze, nach welchen die Seelenlehre an Schullehrerseminarien zu behandeln ist
Entstehung
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I. Kl. 1 St. Praxis Jim Elementargeſangunterrichte. Das Vorſingen wurde auch in der Kirche und bei den Schulandachten geübt.

2. Orgelſpiel.

HII. Kl. 2 St. in 2 Abtheilungen. Choräle; Pedalübungen.

II. Kl. 2 St. in 2 Abtheilungen. Choräle und Präludien mit Benuhung des Pedals.

I. Kl. 2 St. in 2 Abtheilungen. Choräle und Vor⸗ und Nachſpiele; das Trioſpiel; größere und ſchwierigere Orgelſtücke; Orgelſonaten ꝛc. mit den Geübteren. Belehrung über den Bau und die Behandlung der Orgel. Außerdem übten ſich die Zöglinge aller Claſſen regelmäßig orivatim auf der Orgel. Bei dea Morgen⸗ und Abendandachten, ſowie bei dem öffentlichen Gottesdienſte ſpielten die Seminariſten von der I. Kl. abwechſelnd die Orgel.

3. Clavierſpiel.

III. Kl. 2 St. in 2 Abtheilungen. Clavierſtücke der Fertigkeit des Einzelnen entſprechend.

II. u. I. Kl. Jede 2 St. in 2 Abtheilungen. Deßgleichen.

4. Violinſpiel.

lil. u. II. Kl. Jede 1 St. wöchentlich.

Auch die Zöglinge der l. Klaſſe erhielten noch zeitweiſe Unterricht im Violinſpiele, ſowie Anleitung, die Violine zweckmäßig beim Geſangunterricht zu gebrauchen.

Die im Laufe des Schuljahres angeordneten muſikaliſch deklamatoriſchen Unkerhaltungen gaben den Seminariſten Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in der Vokal⸗ und Inſtrumen⸗ muſik. Feye.

d. Turnen.

Von den beiden Turnabtheilungen turnten während des Sommers jede wöchentlich 2 Stunden an Reck und Barren; freie Turnübungen fanden dabei zugleich ſtatt.

3. Disciplin.

Der disciplinariſche Zuſtand des Seminars muß, wie ſehr derſelbe auch noch hinter der Idee zurückſteht, ein wohlgenügender genaumt werden, indem der Geiſt der rechten Freiheit ent⸗ ehieben die Oberhand hat; Fälle von Widerſetzlichkeit oder böſer Pflichtverletzung ſind auch im ablaufenden Schuljahre nicht vorgekommen, jeweilige Uebereilung oder Selbſtvergeſſenheit wurde ſofort erkannt und bereut, und bei beſonderen Gelegenheiten zeigte ſich allgemein das er⸗ freuliche Beſtreben, der Wuͤrde des Lehrerberufs zu entſprechen. Wie in dieſer Hinſicht an die externen Zöglinge der l. Klaſſe die ſtrengſten Forderungen geſtellt werden, ſo wird auch von den ſtädtiſchen Koſtgebern derſelben erwartet, daß ſie keinen undisciplinariſchen Gelüſten der Seminariſten Raum geben, widrigen Falles ſie es ſich ſelbſt zuzuſchreiben hätten, wenn ihre Koſtgänger ſofort ohne Entrichtung eines Schadenerſatzes in das Internat des Semi⸗ nargebäudes zurückgezogen würden. 44

4. Geſundheitszuſtand. 257

Derſelbe war bei Lehrern und Schülern im Allgemeinen ein günſtiger, ſo daß der Schul⸗ beſuch nur ſelten eine Unterbrechung erfuhr. Die ernſtere vierzehntägige Erkrankung des Herrn Seminarhilfslehrers Breidenſtein und die Abweſenheit eines Zöglings der I. Klaſſe während des Sommers in der Heimath zum Zwecke ſeiner Kräftigung, hatte die Anſtalt zu beklagen. Regelmäßiges Turnen und Baden, fleißiges Arbeiten im Seminargarten und öftere größere Spa⸗ ziergänge dienten woſentlich dazu, unſere Zöglinge geſund zu erhalten und erfreulich zu kräftigen.