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Davor aber muß allen Ernſtes gewarnt werden, aus übel verſtandener, wenn auch viel⸗ leicht noch ſo wohl gemeinter Richtung auf das Praktiſche den pſychologiſchen Unterricht, wie ſehr er auch ſtets das religiöſe Gebiet berührt, und wie ſehr er auch den poſitiv⸗chriſtlichen Grundſätzen conform bleiben muß, etwa in einen Religionsunterricht oder in eine Sittenlehre verwandeln zu wollen. Solcher Geſtalt würde er matt und farblos werden gegenüber dem chriſtlichen Religionsunterrichte ſelbſt; das hieße das Heilige mit dem Menſchlichen ungeeignet ver⸗ mengen, den Religionsunterricht am Ende wohl gar als überflüſſig und entbehrlich erſcheinen laſſen, den Zöglingen ſehr bald eine Widerwillen erzeugende Ueberſättigung einflößen, und dem Unterrichte der Seelenlehre gradezu ihre rechte Stellung und ſomit ihr bedentendes Gewicht im Geſammtlehrplane des Seminarunterrichtes rauben. Der größeſte Gewinn aus dieſem Unterrichte beſteht, neben dem bereits erwähnten, für Seminariſten oder künftige Volkslehrer grade eben darin, von menſchlicher Seite her und auf dem Wege menſchlich⸗wiſſenſchaftlicher Fortbildung zu dem großen Reſultate oder Poſtulate gründlich zu gelangen, daß im geiſtgeſalbten Menſchen⸗ Sohne von Nazareth und ſeinem Worte voll heiligen Geiſtes die ganze Fülle und alleinige Kraft zur Aufhilfe der Menſchen im Einzelnen und großen Ganzen gelegen iſt, und daß nur darin die Vollendung aller menſchlichen Zuſtände einmal zu erwarten ſteht; unterdeß auf allen ehrenhaften Gebieten menſchlicher Bethätigung, deren jedes ſeine hohe Miſſion hat, jenem er⸗ habenen Ziele zugearbeitet wird, ſür welches zu arbeiten vorzugsweiſe der chriſtliche Volksſchul⸗ lehrer berufen iſt.—


