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Zum Besuche der Mathematikerversammlung in Düsseldorf waren Herr Oberlehrer Dr. Heuser und der Direktor vom 22.— 24. Mai beurlaubt.
Der Direktor mußte außerdem seinen Unterricht wegen des hier stattfindenden naturwissenschaftlichen Ferienkursus, dessen Leitung ihm anvertraut war, sowie wegen mehrerer Dienstreisen für kürzere Zeit unterbrechen. In Privatangelegenheiten war er zweimal für 2 Tage beurlaubt.
Die notwendigen Vertretungen hatten z. T. die Herren Kollegen, z. T. die Herren Seminarkandidaten übernommen. Den Unterricht des verstorbenen Herrn Oberlehrers Abel hat in 2 Stunden Herr O.-L. Lesser, in je 10 Stunden die Herren Seminar- kandidaten Dr. Ackermann und Conradi erteilt.
Der Gesundheitszustand unter den Schülern war ein recht befriedigender, wir blieben auch in den unteren Klassen von epidemisch auftretenden Kinderkrankheiten verschont.
Die erfreuliche Beteiligung der Eltern an der Schlußfeier des letzten Schul- jahres legte uns den Gedanken nahe, die verehrten Eltern auch innerhalb des Schul- jahres zu einer festlichen Veranstaltung bei uns zu sehen. Am 31. Januar und 2. Februar fand in unserer Aula eine musikalisch-deklamatorische Aufführung durch unsere Schüler statt, die sich des uneingeschränkten Beifalls der zahlreich erschienenen Gäste zu er- freuen hatte. Das Kuratorium der höheren Schulen hatte genehmigt, daß ein Eintritts- geld von 50 Pfg. zugunsten der Schülerbibliothek erhoben werden durfte. Wir hatten die Freude, nach Abzug der Kosten der Bibliothek 208 Mk. zuweisen zu können. Allen Herren Kollegen, die sich um das Zustandekommen der Feier bemüht haben, vor allem dem Leiter des Gesangchores, Herrn Weber, der wochenlang seine freie Zeit zur Einübung der Chöre und Solostücke geopfert hatte, sei auch an dieser Stelle der herzlichste Dank gebracht.
Zu erwähnen ist noch die Fertigstellung der elektrischen Anlage für die Physik und Chemie. Zur Abänderung der unzweckmäßig und unübersichtlich angelegten Ein- richtung waren von den städtischen Behörden 2000 Mk. bewilligt. Da von der beauf- tragten Stelle keine für den Schulbetrieb brauchbaren Entwürfe zu erhalten waren, wurden unter Anleitung des Herrn Dr. Déguisne, Dozenten am Physik. Verein, vom Unterzeichneten genaue Pläne ausgearbeitet, die nach langem Hinziehen endlich von der Firma Schuckert& Co. ausgeführt wurden, so daß gegen Ende des Schuljahres wenigstens die Anlage betriebsfähig war. Herr Dr. Déguisne hat auch während der Montage wiederholt eine ausschlaggebende Unterstützung uns geschenkt, so daß wir ihm und dem Herrn, der bei der Ausführung der Arbeiten persönlich eingegriffen hat, zu größtem Danke verpflichtet sind.
Die Anlage besteht jetzt aus einem Wechselstrommotor, der mit einer Gleich- stromdynamo gekuppelt ist, die bei 120 Volt 30 Ampère liefert. Außerdem sind 2 Ak- kumulatorenbatterien aufgestellt, die eine von 36 Zellen, die andere von 10 Zellen. Die große Batterie wird hauptsächlich für die Projektionslampe benützt, hat aber eine Ableitung von der 18. Zelle, so daß aus der ganzen Batterie ein Strom bei 72 Volt Spannung, aus jeder Hälfte ein Strom bei 36 Volt Spannung entnommen werden kann. Die kleine Batterie ist als Arbeitsbatterie eingerichtet, und sind je 2 Elemente hinter- einander geschaltet, so daß man 5 Gruppen zu 4 Volt erhält. Die Leitungen der ein-


