Aufsatz 
Festschrift der Oberrealschule zu Gießen 1837-1937 / Hrsg. von Hugo Leonhardt und seinen Mitarbeitern
Entstehung
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kurzer Ausbildungszeit zur Abernahme einer Vertretung an eine andere Anſtalt beordert. Es braucht nicht beſonders hervor⸗ gehoben zu werden, daß die meiſten Referendare während oder ſofort nach Beendigung der Vorbereitungszeit zum Militär eingezogen, aus⸗ gebildet und zur Verteidigung ihrer Heimat in das größte Völker⸗ ringen, den Weltkrieg, geſchickt wurden. Zwei von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Sie ſind auf dem Felde der Ehre geblieben. Mit dem Ende des Weltkrieges traten viele heimgekehrte Kandidaten in die Ausbildung ein. Sechzig Referendare durchliefen bis 1922 das Se⸗ minar an unſerer Anſtalt und verdanken Herrn Geh. Schulrat Schnell die Vorbildung für ihren ſchönen Beruf. Vom genannten Zeitpunkt an übernahm Dr. Roller die Leitung der Oberrealſchule und des pädago⸗ giſchen Seminars. Vielgeſtaltig waren auch die Intereſſen des zweiten Seminarleiters auf dem Gebiet der theoretiſchen und praktiſchen Pä⸗ dagogik, die er den hundertvierzig Studienreferendaren im Verlauf ſeiner Dienſtzeit übermittelte und als unerläßliches Rüſtzeug mit auf den Weg gab. Als Oberſtudiendirektor Dr. Roller 1933 in den Kuheſtand trat, konnte ihm der Anterzeichnete neben dem Dank für die nationale Tat, wie ſie in ſeinem freiwilligen Kücktritt zu ſehen war, auch die Anerkennung der Landesregierung für die großen Verdienſte um die Aus⸗ und Heranbiloung des jungen KNachwuchſes der Erzieher aus⸗ ſprechen. Die Pflege der überkommenen Erbſchaft war und iſt uns heiligſte Pflicht. Allerdings galt es, auch die Seminarausbildung der Referendare nach den Erziehungsgrundſätzen des Nationalſozialismus auszurichten. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die in dem Mangel an guter einſchlägiger Literatur begründet waren, mußte und konnte der Seminarbetrieb ohne Störung und Verzögerung durchgeführt werden, ſo daß von 1933 bis heute neunzig Studienreferendare an den Seminarien teilnahmen. Damit haben ſeit der Gründung des päda⸗ gogiſchen Seminars an der Oberrealſchule 200 Referendare die er⸗ forderliche Ausbildung für die Ausübung eines erfolgreichen Erzie⸗ herberufes erhalten.

Manche Alnannehmlichkeit kann der Seminarbetrieb für eine Schule zur Folge haben. Störungen des AUnterrichts ſind nicht immer zu vermeiden, da die Neulinge durch methodiſche Fehler das Vorwärts⸗ treiben und ⸗dͤrängen der Jugend nicht genügend beachten und die Diſziplin manchmal nicht richtig zu handhaben wiſſen. Manche Pauſe und manchen Nachmittag müſſen die Erzieher an einer Seminaran⸗

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