Aufsatz 
Festschrift der Oberrealschule zu Gießen 1837-1937 / Hrsg. von Hugo Leonhardt und seinen Mitarbeitern
Entstehung
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Am 1. April 1877 trat Direktor Dr. Stein, gewiſſermaßen der zweite Gründer der Schule, in den Ruheſtand. Koonagel ſagt von ihm: „Nachdem er der Realſchule vom erſten Tage ihres Beſtehens an ſeine volle Kraft gewidmet hatte, durfte er mit dem Bewußtſein von ihr ſcheiden, daß ſein Name mit ihrer Geſchichte unauflöslich verknüpft jei, wenn ihn auch die Erfüllung ſeines Lieblingswunſches, der Aus⸗ bau der Schule zur Realſchule 1. Oroͤnung(Kealgumnaſium), nicht mehr im Amte finden ſollte.“

Dies war erſt ſeinem Nachfolger Wilhelm Soldan, Mathematiker wie Stein, beſchieden. Deſſen erſte Sorge war die Teilung mehrerer überfüllter Klaſſen(6. Klaſſe: 77 Schülerl), die durch Einſtellung von zwei neuen Lehrern, Otto Schädel(Neuphilologe) und Dr. Ernſt Scheuermann(Mathematiker), ermöglicht wurde.

And nun wandte Soldan ſich ſeiner eigentlichen, ihm von Dr. Stein hinterlaſſenen Aufgabe, dem Ausbau eines Zweiges der Schule zu einer realgumnaſialen Anſtalt, zu. Da man auf das Entgegen⸗ kommen der Stadt rechnen konnte und Latein ſchon immer in der Schule, allerdings nur fakultativ, gelehrt worden war, durfte er hoffen, daß die Löſung dieſer Aufgabe keine allzugroßen Schwierig⸗ keiten machen werde.

Von der RKealſchule zur VYollanſtalt, der Realſchule 1. Oroͤnung

Das Großh. Realgymnaſium mit Realſchule und Vorſchule 1878-1902 O. St. Dir. W. Angelberger

Reben der in der Eingabe vom Juni 1867 beantragten oben geſchil⸗ derten Erweiterung zum Sechsklaſſenſuſtem hatten Direktor und Lehrerſchaft damals zugleich auch ſchon den Ausbau zur Realſchule 1. Ordnung angeregt, etwa im Sinne der Preußiſchen Verordnung vom Oktober 1859, d. h. zur Vollanſtalt mit abſchließender Maturi⸗ tätsprüfung. Aber 1807 und auch bei einer Wiederholung des An⸗ trages 1870 verhielt ſich das Großherzogliche Miniſterium ablehnend, da ein Bedürfnis in Gießen nicht vorliege. Doch ſchon im November

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