Aufsatz 
Wielands Verhältnis zu Edmund Spenser, Pope und Swift : (1. Teil.) / von Ludwig Lenz
Entstehung
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Einleitung.

Wieland gesteht selbst, daß Lieblingslektüre allezeit stark auf ihn eingewirkt, und daß er unvermerkt, ja gegen seinen Wunsch und Willen, oft etwas von der Manier seines Autors angenommen habe ¹).

Zu denjenigen Literaturen, deren Meisterwerke unserem Dichter schon frühe nahe gebracht wurden, gehört die englische. Schon in Klosterbergen soll Wieland, wie Böttiger erzählt ²), diePamela Richardsons) in französischer Ubersetzung kennen gelernt haben. Auch später hatte er stets reichlich Gelegenheit, mit den Schätzen dieser Literatur bekannt zu werden. In einem Briefe an Leonhard Meister in Zürich weist er selbst darauf hin, wie günstig für ihn in dieser Hinsicht sein Aufenthalt bei Bodmer gewesen sei ⁴¹). Auf Warthausen stand ihm dann wieder die Bibliothek des Grafen von Stadion zur Verfügung. Gruber erwähnt, daß sie besonders reich an englischen Werken war'd).

Daß Wieland der englischen Literatur, die ihm so räumlich nahe gebracht war, viel Interesse entgegentrug, beweist der Umstand, daß seine eigne Bibliothek, worauf

) Vergl. Gruber, C. M. Wielands sämtliche Werke, Bd. 50/511, S. 91.

²) Raumers Historisches Taschenbuch, 1839, S. 385.

3) Samuel Richardson(1689 1761), englischer Romanschriftsteller, schrieb Pamela», Clarissa» und «Sir Charles Grandison».

4) Vergl. Ausgewählte Briefe von C. M. Wieland an verschiedene Freunde in den Jahren 1751 bis 1810 geschrieben, Zürich, in der Geßnerschen Buchhandlung 1815, Bd. 3, S. 384.

5) Vergl. Gruber, W.s. s. W., Bd. 50/511, S. 314.