Aufsatz 
Wallensteins Lager
Entstehung
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aber einzugehen, iſt hier nicht der Platz, da deren Geſinnung

erſt in den Piccolomini und Wallenſteins Tod zu Tag kommt.

Ganz kaiſerlich von Anfang an ſind nur die Arkebuſiere. Es ſind Leute ganz für ſich; man weiß faſt gar nicht, wie ſie in das Wallenſteiniſche Lager kommen, ſie ſind auch nicht gerne Soldaten.(Das weiß Gott,'s iſt ein elend Leben.) Der Eine ſagt kein Wort, als wäre er unter Fremden, der Andere redet fremdartig, ſpießbürgerlich und als Bauernfreund. Für ſie gilt des Kaiſers Will' und Geheiß; faſt bekommt der Eine Händel, als ein Wallenſteiner, brutal und ganz wider Mannszucht ſagt: werden uns viel um den Kaiſer ſcheeren, er will das nicht zweimal hören. Für ihn iſt Wallenſtein ſchlecht und recht des Kaiſers Knecht, wie ſie alle; daß der Sold vierzig Wochen ausgeblieben iſt, nimmt er gelaſſen hin, das ſteht ja in guten Händen. Wie es zum Promemoria kommt, zahlen ſie ihre Zeche, die nicht der Rede werth iſt, und gehen ihres Wegs. Ueber ſie machen ſich die Andern luſtig, wollen nichts zu thun haben mit den Seifenſiedern, ſehen's gern, daß ſie weiter gehen, denn ſie verderben doch nur die Societät; nur dem Küraſſier ſind ſie wackere Brüder, denn ſie ſtehen in der Zucht des Dienſtes.

Nicht Wallenſteiniſch ſind die Kroaten, ſie nehmen den Kapuziner in ihre Mitte, als er den Feldherrn verunglimpft und läſtert; über ſie verfügt die Kirche, wenn ſie auch nur ihren letzten Diener ſchickt, und alſo auch der Hof, da beide Hand in Hand gehen. Als ſie davon reiten, weiß Wallen⸗ ſtein von Nichts.

Es verſteht ſich, daß es auch unentſchiedene, nicht zu beſtimmende Beſtandtheile in dem Heere gibt; denn es iſt nicht aller Leute Sache, Stellung im Voraus zu nehmen; wie Viele werden im Augenblick durch Zufall oder Beiſpiel 2