Aufsatz 
Wallensteins Lager
Entstehung
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gelbe Korn. Ueber den Bürger können ſie kühn wegſchreiten, wie der Feldherr über der Fürſten Haupt; freuen ſich, daß der Bauer baumeln muß und ſehen mit Verachtung auf die Arkebuſiere, wie ſie dem Bauern das Wort reden und auf Mannszucht halten, auf dieſe Gevatter Schneider und Hand⸗ ſchuhmacher. Für ſie gibt es nur zwei Dinge in der Welt, was zur Armee gehört und nicht; erlaubt iſt ihnen Alles, was nicht verboten iſt; wenn auch lutheriſch, ſo ſind ſie doch bei Wallenſtein, denn es fragt Niemand darnach, was einer glaubt. Ihr leichter, wilder Sinn und ihr das Leben einſetzender Muth klingt am hellſten aus dem Reiterlied heraus.

So lange Wallenſtein thut walten, denken ſie bei ihm auszuhalten und verſchwören ſich, daß ſie an kein Entlaufen denken. Bei ihm hat Alles einen großen Schnitt, er iſt im Bund mit dem Teufel, drum können ſie auch das luſtige Leben führen. Wär's nicht aus Lieb' zu dem Wallenſtein, der Ferdinand hätte ſie nimmer bekommen; ſie leben des Glaubens, der Friedländer habe allein zu befehlen, und führen Reden, daß die beſten Wallenſteiner erſchrecken und die Arke⸗ buſiere nicht länger Zeugen ſein wollen.

Und dennoch III, 5 kommt⸗ Terzky, ein Bild des Schreckens, als habe er ein Geſpenſt geſehen, zu Wallenſtein mit der Meldung: Sie ſind davon, leer ſtehen alle Dörfer in der Runde. Dem Wachtmeiſter iſt es gleich nicht ge⸗ heuer; als der Eine erzählt, wie er ſchon in aller Herren Dienſten herumgefahren iſt, fragt er: Wie lange denkt Ihrs hier auszuhalten? Sie leben nicht für eine Sache und nicht für eine Perſon; es iſt ihnen nur um ſich ſelbſt zu thun: Flott will ich leben und müßig gehn; wird das zweifel⸗ haft, wird Wallenſtein's Stern trübe, ſo bindet ſie Nichts mehr an ihn, der Kaiſer hat ſie und ſie ſehen weiter nicht

Muſterſchule. 2