Aufsatz 
Gallicismen in niederrheinischen Mundarten : 1. Teil / von J. Leithaeuser
Entstehung
Einzelbild herunterladen

allewan ſarlovä n) B., anneväy Ru., ähn- licher Ermunterungsruf; fr. en arant; vielleicht volksetymologisch angelehnt an alles(aw Le†), das auch häufig gebraucht wird.

allo(a* B. E. K. M., L. allo, allong,

E. Aa. K. Ru., wohlan, auf! fr. allons, da-

neben We. allei(ullez), mhd. alleis.

ambellasch,(arm hola*) f., B. E. Ru., L. amballasch, Packleinwand, Verpackung; fr. embhallage, m.,(balle), emballer.

ambrass(ambrasch) m., auch f., namentlich letzteres, B. Ru., K. auch amberd, Ei. ambrah, Verlegenheit, Wirrwarr, Umschweife, Wichtigthuerei; dafür auch hrassel(. d.); nach Fuss) im hennebergischen Dialekt bramäsche. In Nordthüringen**) giebt es eine Redensart Jerambräke mache Geräusch, viel Lärm machen; hier sagt man: ö ο- zon drmbrä's(brärsoeh anon ha'lts hanon, jem. Unannehmlichkeiten bereiten; fr. embarras(zu barre); man vergleiche faire ses embarras, faiseur d'embarras, mon- sielir Vembarras.

annejant, Verb annejére, K., langweilig; fr. ennuyant, ennuger.

apàât, am ganzen Niederrhein, Th., 1) adv. namentlich, vornehmlich. 2) ad). seltsam, eigentümlich,(A. apartig): vad ar tos, vgl. ertra; fr. à part, l. a parte, Wozu auch fr. appartement.

aplass, R.,. aplaz, We. hat anplass, am- plass: anstatt; fr.& la place.

apprehensif apprensif, B., e xærto a pren- 22f, ich bin zu bange, furchtsam, zur Furcht geneigt; fr. appréhensif.

*) Dr. Fuss, Zur Etymologie nordrheinfrünkischer Provinzialismen, Progr. d. rhein. Ritter-Akademie zu Bedburg: Erste Sammlung 1873(1), zweite 1877(II), dritte 1880(III); ferner von demselben: Beitrüge zur Volksetymologie, Düsseldorf 1883(IV).

*) Kleemann a. a. O. p. 9.

appretiren, B. E., fertig machen, techn. Glanz verleihen; fr. appréter(prét). Ap- pretur ist fr. apprétage.

arrangschiren, B. Ru., K. arrangschére, arangschésch, arungschét, in Ordunung bringen. Vielleicht aus dem Hochdeutschen aufgenommen; fr. arranger.

as, atout, wie das französische Kartenspiel, so sind auch seine Ausdrücke am ganzen Niederrhein allgemein verbreitet.(Daus ist meist unbekannt.) Über die Vermischung des fr. as und l. âs in der Bedeutung dieses Wortes vgl. ITei. I, 81*). S. auch Kör.

assisen(astioοn), B. E. L. M. Ru., H. akeise, Schwurgericht, fr. cour dassises, dssis p. p. vom afr. assire; über die Bedeutungsent- wickelung s. Andresen, UÜber deutscheVolks- etymologie p. 32.

astrant, B. E. L. M. Ru. We., K. asserdnt, strenge, energisch, anmalsend, nl. astrant, hängt wahrscheinlich zusammen mit fr. astreint zu astreindre zwingen. oeste (a. a. O. p. 13) zieht zum Vergleiche heran denNamen einer scharfen Pflanze astrantia, Mutterwurz.

babeljötsches, B. E.(selten) Ru. K., Haar- wickel, Papillote, K. scherzhaft: Ohrfeige. Das Wort bezeichnet auch schwimmende Brocken in einer Flüssigkeit; fr. papillote, afr. papillot, it. papigliotto. Im Pariser Argot sind papillotes: Banknoten(Villatle, Parisismen p. 154).

balljäs, m., B. Wn. D. M.; K.allzas, Stroh- lager, Strohsack; fr. paillasse, s. auch peids.

baluster, m., Ru.; K. balunster, Geländer- säule; fr. balastre.

barbel,(barbele), H., Regenschirm, s. parapli. In uns. Gegend(B. R.) heiſst harhel Schurztfell.

*) Andere mundartliche Ausdrücke beim Karten- spiele, wie ede(ide), fosen(fausse), ramseh(ramasser?) u. 8. W., welche Söhns(die Parias unserer Sprache, Heilbronn 1888) p. 37 anführt, sind hier, so viel ich weiſs, dem gewöhnlichen Manne nicht bekannt.