Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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und loͤh=lucus ¹) gehauen wurden, die zur Anfertigung des Kreuzes dienten, das als das Signal aufgerichtet wurde dafür, daß nunmehr chriſtlicher Sinn ſiegreich in dieſe Waldungen eingedrungen ſei und da⸗ ſelbſt ſich eine Wohnſtätte des Friedens erbauen werde. Man hat in einer gewiſſen ſkeptiſchen Weiſe die erſten ſo beſtimmt lautenden Nachrichten behandelt, als ob die Buchonia, wie dies der hl. Boni⸗ fazius in ſeinem Briefe an den Papſt Zacharias ſagt, eine Wald⸗ gegend, die weithin unbewohntwar,* keineswegs geweſen ſei, ja man hat in dieſer Darſtellung, d. h. in der einfachen klaren Darlegung des wirklichen Zuſtands eine gewiſſe Abſichtlichkeit und Uebertreibung finden wollen. ²) Daß alle gleichzeitigen Quellen, Briefe, Annalen, Diplome und Schriftſteller darin ohne Unterſchied übereinſtimmen, wenn ſie dieſe Gegend mit mehr oder weniger ſtarker Betonung als eineunbewohnte waldreiche Gegend) darſtellen, dies übereinſtimmende Zeugniß ſonſt in jeglicher Beziehung glaubwürdiger Geſchichts⸗ quellen will man damit entkräften, daß man ſagt, mit einer ſolchen Schilderung ſtimmten die übrigen Nachweiſungen gar nicht überein, indem überall, wohin Sturmi gekommen ſei, die Gegenden, Bäche, Flüſſe ſchon Namen gehabt, jeder Platz ſchon einen Eigenthümer, deſſen Schenkung und Zuſtimmung zur Erbauung des Kloſters erſt eingeholt werden mußte, was doch bei einer gänzlichen Oede undenk⸗ bar ſei. Prüfen wir, was Wahres iſt.)

Mit dem Segensſpruche:So ziehet denn hin in dieſeEin⸗ öde, welche Buchonia heißt und ſuchet in derſelben einen Ort,

¹) Graff, Sprachſchatz, II, 127, wie dorn= 10 h= Dornwald. Varianten ſind: Aihloh und Ailoha. Förſtemann, Altdeutſches Namenbuch, II, 32.

2) Locus sylvaticus in eremo vastissimae solitudinis.

³) Rettberg, Kirchengeſchichte, I, 371.

) Von einem völligen Urwalde iſt nirgends die Rede. Dagegen ſagt Liudgerus in vita Gregorii(Mab. act. III, 2) ſehr deutlich: Buchoniam sylvam, prius quam Sturmius adventasset, omnibus incultam ac desertam fuisse.

) Rettberg, I, 371 hat in der Darſtellung Eigils eine Uebertrei⸗ bung und eine abſichtliche Entſtellung der Wahrheit finden wollen. Waitz hat in ſeiner Verfaſſungsgeſchichte die Auffaſſung Rettberg'sſkeptiſch genannt; in dieſem Punkte iſt ſie noch mehr; ſie iſt irrig. In der klaren ungeſchminkten Darſtellung Eigil's iſt nirgends eine Spur von ſolcher Abſicht⸗ lichkeit zu erkennen; im Gegentheile gerade ſagt ſie alles offen und ſchlicht her⸗ aus; ſie ſchildert auch nirgends, wie behauptet wird, dieſen Waldals einen vollen Urwald, als einen ſolchen, den kaum je eines Menſchen Fuß betreten habe; im Gegentheile, ſie erzählt uns, wie der Reiſende auf einen Haufen badender Slaven geſtoßen, ſie erzählt uns, daß alte Verkehrs⸗ ſtraßen durch dieſen Wald zogen, ſie erzählt uns, wie Sturmi gerade auf einer ſolchen Straße den Knecht des Herrn Orcis getroffen habe, u. ſ. w.