Aufsatz 
Beiträge zur Xenophonlektüre der Obertertia
Entstehung
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18 Die Königin Epyaxa hat geruht, ihre Bewunderung über die prachtvolle Haltung, aνροονε, und die Ordnung, raες, der Truppen auszusprechen. Ich freue mich, gesehen zu haben, welchen Eindruck die Darstellung des Angriffs einer griechischen Phalanx auf die Nicht- hellenen gemacht hat, so ungefähr mag der Wortlaut eines Tagesbefehls gewesen sein, den Cyrus nach der Parade seinen Griechen bekannt geben liess.(Vergl. 2. 18.)

11.

Was erfahren wir über den Verlauf der eigentlichen dvdpaoi bis zum LZusammenstoss bei Kunaxa?(Geschwindigkeit, Unterkunft; Verpflegung; Marschsicherung und Marschhindernisse).

Der weitaus grösste Teil der Kriegsthätigkeit der Truppen besteht im Marschieren. Der Marsch bildet die Grundlage aller Operationen und auf seiner sicheren Ausführung be- ruht wesentlich der Erfolg aller Unternehmungen. Oft ist es schon von entscheidender Wich- tigkeit, dass eine Heeresabteilung zur rechten Zeit schlagfertig auf dem ihr angewiesenen Punkt eintrifft.¹) Diese und ähnliche Gesichtspunkte sind von jeher massgebend gewesen und werden es bleiben, auch wenn die grossartigen Verkehrs- und Beförderungsmittel der Neuzeit noch mehr an Verbreitung und Ausdehnung gewinnen.

Die yâßaac ist auf der ersten Hälfte ein ganz harmloser Friedensmarsch, nicht nur in dem Sinn, dass weit und breit kein Feind zu sehen ist, sondern auch insofern, als er in einem mehr als gemütlichen Tempo erfolgt. Da die Mobilmachung der griechischen Fremden- legion in Sardes nicht ganz vollendet werden kann, wird unterwegs, um die Ankunft neuer Truppenteile abzuwarten, mehrmals ein längerer Halt gemacht; so 7 Tage in Kolossä, wo Menon zum Heere stösst, 30 Tage in Kelänä, wo Klearch und Sophainetos eintreffen, und 3 Tage in Issi, wo sich die Flotte und die Truppen des Cheirisophos einfinden. Auch die ver- schiedenen Streiks haben wiederholt ein Stocken des Vormarschs veranlasst, so in Tarsus und Thapsakus. Bei anderen Gelegenheiten sind gewöhnlich die Umstände angegeben, die einen längeren Aufenthalt nötig gemacht oder seine Dauer beeinflusst haben; so die Feier des arka- dischen Volksfestes in Peltä und die Parade bei Tyriaeion.

Erst nach dem Aufbruch von Korsote wird der Marsch beschleunigt, weil Cyrus jett, nachdem die Griechen sich bereit erklärt haben, ihm zu folgen, ein Interesse daran hat, s. rasch wie möglich mit dem Feind zusammenzustossen, vobicoy, 50 Sartoy E.0t, rOοονν μ³ςςραρ‿ ενασ οαοαειεμς SHαmοQ! s LaAoat(5. 9).

Was die Unterkunft auf dem Marsch anlangt, so fällt vor allem der Gegensatz zu den Gepflogenheiten Cäsars auf. In Gallien bedingen es die Nähe des Feindes und die stete Kampfbereitschaft, dass meist ein befestigtes Lager bezogen wird, in dessen Herstellung die römischen Soldaten offenbar mit der Zeit eine solche Übung und Fertigkeit erlangt haben, dass diese Art der Unterkunft für die Truppen bequemer und jedenfalls sicherer war als das Beziehen von Nachtquartieren in einer fremden Stadt. Allerdings kommt bei den Römern noch die taktische Bedeutung des befestigten Lagers überhaupt dazu:In ihren festen Lagern unüber- windlich konnten sie, wie Napoleon I. so treffend bemerkt hat, kümpfen oder den günstigsten Augenblick zum Kampf abwarten. Die Gallier hingegen, kriegerische Völker, von aufbrausen- dem Mute fortgerissen, und ohne Verständnis für die Geduld und Schlauheit ihrer Gegner, fielen immer in die ihnen gestellte Falle. ²) Cyrus dagegen mag sich bei der Auswahl der Quartiere von ähnlichen Erwägungen haben leiten lassen, wie sie die Felddienst-Ordnung in dem Abschnitt über Unterkunft(Nr. 223) enthält:Für die Schonung der Truppen ist ein Unterkommen auch in den dürftigsten Ortschaften dem Aufenthalte unter freiem Himmel vor-

1) Felddienst-Ordnung Nr. 196. 2) Napoleon III. Geschichte Julius Cäsars. III. c. IX.