Aufsatz 
De coniunctivi et optativi usu Thucydideo / scrisit Adolfus Carolus Lange
Entstehung
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Zu dem Feſte wurde das G ymnaſium vom Königlichen Gymnaſium zu Wiesbaden durch eine lateiniſche Votivtafel beglückwünſcht. Außerdem liefen zahlreiche Begrüßungen, zum Teil in poetiſcher Form, von früheren Lehrern und Schülern ein.

Am Abend des Gedenktages verſammelten ſich mehrere hundert ehemalige Lehrer und Schüler des Gymnaſiums zu einem fröhlichen Kommers in den Sälen des Stadtparks. Auch den gegenwärtigen Pri⸗ manern war der Zutritt zu dem erſten Teile dieſes Kommerſes geſtattet.

Am 21. Mai überbrachten der Direktor und der Oberlehrer Dr. Zuſchlag dem Königlichen Gymnaſium zu Fulda zu der Gedenkfeier ſeiner am 21. Mai 1835 vollzogenen Reorganiſation die Glück⸗ wünſche der hieſigen Schweſteranſtalt.

Im Laufe des Sommers wurden die Lehrer Franz, Paulus II, Reinhard und Bleckmann durch militäriſche Dienſtleiſtungen ihrem Schuldienſte vorübergehend entzogen.

Dem Oberlehrer Püttgen wurde von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Mecklenburg⸗ Schwerin das Verdienſtkreuz in Gold des Mecklenburg⸗Schwerinſchen Hausordens der Wendiſchen Krone

verliehen. Die Sommerferien dauerten von 5. Juli bis zum 1. Auguſt. An der während derſelben abge⸗

haltenen Ferienſchule beteiligten ſich 53 Schüler. Während der größeren Hälfte der Sommerferien und dann noch bis zum 20. Auguſt war der Direktor zu einer Erholungsreiſe beurlaubt. Die Vertretung deſſelben war dem Prorektor Profeſſor Dr. Weber übertragen worden. 1

Die Entlaſſungsprüfung zum Herbſttermine wurde in ihrem ſchriftlichen Teile vom 10. bis zum 14. Auguſt, in ihrem mündlichen Teile am 3. und 4. September unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrates Dr. Lahmeyer abgehalten.

8 Zur Feier des Sedantages am 2. September ſand vormittags ein nicht öffentlicher Schulakt in der Aula ſtatt mit patriotiſchen Geſängen und mit einem Vortrage des Gymnaſiallehrers Paulus II(Die Franzoſen in Caſſel. Drei Bilder aus der Geſchichte der Reſidenzſtadt Caſſel). Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer beehrte die Anſtalt mit ſeinem Beſuche dieſes Schulaktes. Nachmittags unternahm die Anſtalt unter der Beteiligung zahlreicher Angehörigen der Schüler einen Ausflug in den Habichtswald.

Das Sommerſemeſter wurde am 25. und 26. September mit der öffentlichen Prüfung der Herbſtklaſſen und einer Andacht geſchloſſen, nachdem die Abiturienten bereits am 19. desſelben Monats entlaſſen worden waren. Zu gleicher Zeit ſchied der Oberlehrer Profeſſor Dr. Lindenkohl auf ſeinen Antrag aus dem Lehrerkollegium um in den wohlverdienten Ruheſtand zu treten. In Anerkennung ſeiner Verdienſte um die Anſtalt wurde ihm von Sr. Majeſtät dem Kaiſer der Rote Adlerorden IV. Klaſſe verliehen. Außerdem verließen der ordentliche Lehrer Dr. Lange und der Hülfslehrer Dr. Schotten die Anſtalt, um an das Gymnaſium zu Weilburg bezw. zu Hersfeld überzugehen.

Zum Erſatz der abgegangenen Lehrkräfte wurde zum 1. Oktober 1885 der bisherige Hülfslehrer am Gymnaſium zu Hersfeld Dr. Heermann zum ordentlichen Lehrer hierher berufen und der Hülſslehrer Dr. Wolſcht in Marburg mit Verſe hung einer Hülßslehrerſtelle an das hieſige Gymnaſium verſetzt, auch Pfarrer Fürer mit einer größeren Anzahl von Religionsſtunden betraut.

Dr. Rudolf Heermann, geboren am 26. Januar 1857, ref. Konf., beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vater⸗ ſtadt Hersfeld, ſtudierte Mathematik und Naturwiſſenſchaften zu Marburg und Straßburg, promovierte am 3. Februar

1880 in Marburg auf Grund ſeiner Diſſertation(Über gewiſſe krumme Flächen, welche bei der Bewegung einer

mit den Berührungsebenen einer gegebenen Fläche zweiter Ordnung mit endlichem Mittelpunkt parallelen und durch

einen feſten Punkt gehenden Ebene erzeugt werden. Marburg 1880.) und beſtand in demſelben Jahre daſelbſt das

Examen pro facultate docendi, leiſtete vom Herbſt 1880 bis dahin 1881 ſein Probejahr am Gymnaſium zu Hersfeld

ab und war dann ſeit dem Herbſt 1882 als Hülfslehrer an derſelben Anſtalt beſchäftigt.