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Jetzt kommt auch Regin herzu, der sich anfangs voll Furcht in der Ferne gehalten hatte, nun aber dem Drachen das Herz ausschneidet und von seinem Blute trinkt, worauf er Sigurd das Herz Fafnirs giebt, es am Feuer zu braten, während er selbst schlafen gehen wolle.**)— Sigurd brät nun das Herz am Spieße; und wie der Saft herausschäumt, da hält er den Finger daran, um zu prüfen, ob es gar sei. Da verbrennt er sich und steckt den Finger in den Mund. Und siehe, er versteht die Stimmen der Vögel und hört, wie Adlerweibchen über ihm sprechen. Nicht schlafe Regin, so sagen sie, sondern er halte mit sich Rat, wie er Sigurd verderbe, um der Nibelungen Hort für sich zu gewinnen. Da geht er hin und haut Regin das Haupt ab. Darauf ißt er einen Teil vom Herzen des Wurmes, nimmt sein Schwert Gram und das Roß Grani,*²⁰) das er aus dem Gestüte Hialpreks unter Odins Weisung gewählt, und bemächtigt sich des Hortes, der in Fafnirs Behausung lag: Der Fluch hat sich an Hreidmar und seinen Söhnen erfüllt und heftet sich an den jungen Helden aus Odins Geschlecht.
Wesentlich anders, aber mit gleichem Ausgang stellt die Thidrekssaga(cap. 152— 167) die Geburt und Jugendzeit Sigfrids dar.
Sigmund. Sifians Sohn, König von Tarlungenland, ist mit Sisibe, Tochter des Königs Nidung von Spanien, vermählt. Wenige Tage nach der Hochzeit muß er sich an einem Kriegszuge gegen Polen beteiligen und überträgt zwei Grafen von Swawen, Hartwin und Hermann, die Sorge für sein Reich und seine Gemahlin. Hartwin sucht Sisibe zur Untreue gegen ihren Gemahl zu be- wegen, verleumdet, von ihr zurückgewiesen, die Königin bei dem zurückkehrenden Gemahl und überredet diesen, Sisibe im Swawenwalde aussetzen und ihr die Zunge ausschneiden zu lassen. Hartwin und Hermann führen Sisibe in den Wald; Hartwin will ihr die Zunge ausschneiden, Her- mann will sie schützen und gerät mit Hartwin in Zweikampf. Mittlerweile gebiert die Königin einen Knaben, wickelt ihn in Tücher und birgt ihn in einem Glasgefäß, in dem sie vorher Met aufbewahrt hatte. Hartwin fällt im Zweikampf, stößt dabei an das Glasgefäß, und dieses rollt in den Strom hinein. Die Königin fällt in Ohnmacht und stirbt, das Glasgefäß aber treibt den Strom hinab bis zur See, wo es an einer Felsenklippe zerschellt. Den Knaben zieht eine Hindin bis zum zwölften Monat auf, und schon ist er so stark und groß, als ob er vier Jahre alt wäre. Darauf fin- det ihn der Schmied Mimir,**) nennt ihn Sigfröd und übernimmt seine Erziehung. Sigfrid neckt und mißhandelt die Gesellen Mimirs, der einen Schmied aus ihm machen will. Und so gewaltig schlägt er auf den Amboß, daß dieser zerspringt und tief in den Klotz hineinfährt. Da beschließt Mimir des Knaben Tod. Er schickt ihn in den Wald, um Holz zu fällen, und zwar in der Gegend, wo sein in einen Drachen verwandelter Bruder Regin**²) haust. Sigfrid tötet den Drachen mit einem Feuerbrande und kocht sich Stücke des Fleisches in einem Kessel. Darauf Versuchen des Sudes, Verstehen der Vogelsprache wie oben; aber neu das Bestreichen mit dem Blute des Drachen, wovon die Haut hart wird wie Horn, ausgenommen zwischen den Schultern, wo er nicht hinreichen kann.— Nun geht Sigfrid heim und bedroht Mimir mit dem Tode. Der verspricht ihm Helm und Schild und Brünne, die er für König Hartnid in Holmgard geschmiedet hat, auch das Schwert Gram und das Roß Grani aus Brynhilds Gestüte.**) Sigfrid nimmt die Waffen, aber sein erster Streich mit dem Schwerte Gram ist der Todesstreich Mimirs.**)
2) Sigfrid und Brunhild.“¹)— Die Vögel, die dem siegreichen Helden geraten, hatten ihn auch nach der Burg auf des Hindenbergs Höhe gewiesen; dort schlafe die Schlachtmaid, ‚umspielt von der Linde loderndem Feinde“. Er werde sie schauen, ,die Maid unterm Helm“;**) aber kein Königssohn vermöge ihren Schlaf zu brechen, außer ihm. Nun ritt er südwärts gen Frankenland. Da sah er auf einem Berge ein loderndes Feuer und in dem Feuer eine Schildburg, daraus eine Fahne emporragte. Furchtlos reitet er durch das Feuer hindurch und findet einen schlafenden Ritter in voller Waffenrüstung. Er nimmt ihm den Helm ab und sieht, daß es ein Weib ist. Aber die Brünne ist fest, als wäre sie ans Fleisch gewachsen. Da ritzt er sie mit dem Schwerte
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