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Mit diesem halben Dutzend von Sätzen glauben wir zugleich unsern Standpunct gegenüber dem am Eingang genannten Buche(Die deutsche Rechtschreibung. Von Dr. K. Duden), das uns nicht bloß unus pro multis, sondern vel optimus multorum gilt, genügend gekennzeichnet zu haben, können aber nicht umhin, unser Bedauern auszusprechen, daß der Herr
Verfaßer— nicht bloß in diesem Buche, sondern auch in der„Zeitung für das höhere Unterrichtswesen“(II. Jahrg. No. 10.)— einen Kampf ge-
gen das„historische Prinzip“ erneuert, der, wie er einerseits die Sache nicht fördert, so ganz besonders auch darum ungerechtfertigt erscheint, weil das Beste in dem Buche eben jenem Princip zu verdanken ist, dem der Herr Verfaßer denn auch in einzelnen Puncten in vollem Umfange Rechmung trägt. 1
Möge uns also Herr D. erlauben, dem„Principiis obsta“, welches er seinem Gegner in jenem Artikel zuruft, auch unsererseits ein„Principiis obsta“u entgegenzustellen— principiis rei orthographicae ad sonum emen- dandae ließe es sich ja wol classisch ausdrücken.
Daß aber in der Zeit der neuen Münz-, Maß- und Gewichtsordnung, in der Zeit der verschiedensten Reformen auf staatlichem, kirchlichem und socialem Gebiete auch eine durchgreifende einheitliche Reform unserer deutschen Rechtschreibung möglich sei und daß diejenigen unter den Lehrern Deutschlands, welche die gegenwärtige Zerribenheit einer„Ortho- doxie in der Orthographie“ vorziehen möchten, sich in der Minderheit be- finden, diese Ueberzeugung glauben wir mit Zuversicht aussprechen zu dürfen und würden uns freuen, in diesem nationalen Gedanken wider- spruchslos mit Herrn D. zusammenzutreffen.
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