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Ist dagegen die Krankheit einmal in einem Gebiete ver- breitet, dann spielt natürlich die Möglichkeit einer Infektion auf den Feldern eine große Rolle, da die Sporen des Pilzes ja- ihre Infektionstüchtigkeit von einem Jahre zum anderen be- wahren. Wenn auch Fruchtwechsel in ausgiebigem Maße statt- findet, so wird sich wenigstens bei dem hiesigen Parzellenbe- trieb nicht vermeiden lassen, daß Felder durch vom Vorjahre übrig gebliebene, kranke Pflanzenteile von Nachbarfeldern ver- seucht werden. In den Saat- und Pikierbeeten tritt nach meinen Feststellungen die Krankheit gewöhnlich noch nicht stark auf, und so kann bei sachgemäßer Anlage eine Anhäufung von Krank- heitskeimen wohl kaum stattfinden.
Aus diesen Tatsachen ergeben sich folgende Regeln für die Bekämpfung: Erstes Erfordernis ist die Züchtung und Verwendung gesunden Saatgutes. Zur Zucht von Samen dürfen nur Knollen von Pflanzen benutzt werden, die im Vorjahre nicht blattkrank waren, weil sonst leicht der Pilz auf die Stengel und Früchte übergehen kann. Das Auftreten der schwarzen, punktförmigen, mit blossem Auge sichtbaren Pyk- niden auf den Stengeln der Samenpflanzen kann als sicheres Kennzeichen gelten, daß die Früchte ebenfalls krank sind und nicht verwendet werden dürfen. Ist man nicht völlig sicher, gesundes Saatgut zu besitzen, so ist eine Beizung der Samen mit pilztötenden Mitteln notwendig. 2% ige Kupfervitriol- brühe bei 24-stündiger Einwirkung hat sich als empfehlenswert erwiesen.
Eine Behandlung der Saat- und Pikierbeete mit desinfi- zierenden Mitteln halte ich nicht für notwendig, falls die Beete sonst sachgemäß angelegt werden und im Jahre vorher nicht stark erkrankte Pflanzen enthielten. Auf den Feldern müssen im Herbst gleich nach der Ernte die kranken Teile möglichst ge- sammelt und vernichtet werden. Die kranken Blätter sind vor dem Einschlagen der Pflanzen in den Boden zu entfernen. Fruchtwechsel ist unbedingt notwendig.
Tritt trotz dieser Vorsichtsmaßregeln in den Saat- und Pikierbeeten oder auf dem freiem Felde dennoch eine Infektion auf, so müssen die Pflanzen bei den ersten Anzeichen einer solchen mit Kupferlösungen gespritzt und die Spritzungen in gewissen Zeiträumen wiederholt werden. Auch kann in kleineren


