Aufsatz 
Pilzkrankheiten doldenblütiger Gemüsepflanzen. Mit 1 Tafel und 7 Zeichnungen im Text
Entstehung
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impft. Desgleichen wurden an Petersilienkeimpflanzen Infek- tionen mit beiden Pilzen vorgenommen. Einige gekennzeichnete Blätter wurden besonders stark mit Sporen überstrichen, um als Material zur mikroskopischen Beobachtung des Keimens und Eindringens des Keimschlauches zu dienen. Am zweiten Tage nach der Impfung waren fast sämtliche Sporen ausgetrieben. Aus den beiden Endzellen vor allem waren lange Schläuche entstanden, und an einzelnen Stellen konnte das Eindringen durch die Cuticula beobachtet werden. Manchmal bildete der Schlauch an der Eindringungsstelle eine kleine Anschwellung, eine Art Appressorium, ähnlich wie wir es früher bei Marssonia Panattoniana Berl. gefunden hatten ¹), doch war das anscheinend nicht die Regel. Durch die Spaltöffnungen scheint der Pilz seinen Weg nicht zu nehmen, wenigstens konnte ich häufig beobachten, daß die Keimschläuche über Spaltöffnungen hinwegwuchsen. Der Pilz wächst vielmehr durch die Zwischenzellmembranen zweier Epidermiszellen nach innen und verbreitet sich in den Inter- zellularräumen, ohne das Gewebe vorläufig anzugreifen. Erst nach der langen Inkubationszeit von etwa einem Monat machen sich die ersten Anzeichen der Infektion bemerkbar. Am 19. De- zember waren die Impfungen erfolgt, am 14. Januar beobachtete ich die ersten Pykniden. Durch das Auftreten einzelner solcher auf den Beginn der nunmehr sichtbar werdenden Infektion auf- merksam geworden, konnte man Blattstellen auffinden, an denen die Pyknidenbildungen gerade ihren Anfang nahmen. Unter der Epidermis treten Anhäufungen von Mycel auf, das vorläufig noch völlig farblos ist und sich erst allmählich mit der weiteren Ausbildung der Pykniden bräunt. Das Blattgewebe ist noch immer wenig angegriffen. Uber solchen jungen Pykniden liegende Spaltöffnungen zeigen häufig genug noch völlig unversehrte Chloro- phyllkörner. Schließlich bricht die Pyknide mit ihrer Mündung aus der Epidermis hervor. An den Blättern, die besonders mit Sporen überstrichen waren, war der Befall so stark, daß sie sehr schnell vergilbten und schon nach ein paar Tagen abstarben.

Auch die Sporen von Septoria Petroselini hatten einige Tage nach der Aussaat auf den Blättern des Selleries gekeimt, doch

¹) Appel und Laibach, Über ein im Frühjahr 1907 in Salat- pflanzungen verh. Auftr. von Marssonia Panattoniana Berl. Arb. Biol. Anst. f. Land- u. Forstw., Bd. VI, Heft 1, S. 32.