L)“ Familie der Umbelliferen liefert uns eine Reihe wert- voller Gemüsepflanzen, die teils ihrer Wurzel, teils ihrer oberirdischen Teile wegen angepflanzt werden. Neben der Möhre steht von den Wurzelgemüsen der Sellerie in erster Reihe. Mag er an wirtschaftlicher Bedeutung von mancher anderen Ge- müseart übertroffen werden, so stellt er doch, unter günstigen Bedingungen gezogen, eine recht einträgliche Kulturpflanze dar und hat daher eine weite Verbreitung. Auch in der Umgebung von Frankfurt mit seinem hochentwickelten Gemüsebau wird er viel gezogen, und es dürfte, wenigstens in den Hauptgemüse- orten Oberrad und Sachsenhausen, in denen schon seit Jahr- hunderten Gemüsebau getrieben wird ¹), wohl wenige Gärtner geben, die ihn nicht in kleinerem oder größerem Umfange anbauten. Die Zahl der von den einzelnen Züchtern jährlich angebauten Pflanzen schwankt, soweit ich feststellen konnte, zwischen 1000 und 5000. Im Vergleich zu den aus anderen
¹) Am längsten wird die Mainebene zwischen Sachsenhausen und Oberrad gärtnerisch bewirtschaftet, während die angrenzenden Hänge(der sogenannte Sachsenhäuser Berg) bis 1389 vollständig bewaldet waren. Damals wurde der Wald gerodet, und an seine Stelle traten Weinberge. Erst im Laufe des vorigen Jahrhunderts wurde der Weinbau durch Gemüsebau ersetzt. Daß schon seit Jahrhunderten der Gartenbau in der Umgegend von Frank- furt eine hohe Bedeutung hat, geht aus einigen Gärtnerordnungen hervor, einer aus dem Jahre 1355 und einer weiteren, soeben im Drucke erschienenen, aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts(Veröff. d. histor. Kommission d. Stadt Frankfurt a. M. VI. Frankfurter Amts- und Zunfturkunden bis zum Jahre 1612. Herausgegeben von Karl Bücher und Benno Schmidt, Bd. I, 1914). Nach der letzteren muß im 16. Jahrhundert ein sehr guter Handel mit Kraut, und Zwiebeln nach den Märkten in Mainz und Bingen bestanden haben, da- ein besonderes Schiff für den Transport bereit gestellt werden mußte, während doch zwischen Mainz und Frankfurt auch das sogenannte Marktschiff ver- kehrte. Interessant sind auch einige Stellen aus P. A. Winkopp, Versuch einer topographisch-statistischen Beschreibung des Großherzogtums Frank- furt, Weimar 1812, von denen ich eine hier anführen möchte:„Der Gemüss-
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