— XIV—
Tertiärzeit, in der unsere Berge aus dem Innern der Erde hervorgequollen sind.
Neben den zahlreichen Blättern der Weide(Salix), der Ulme(Ulmus), des Ahorns(Acer), der Eiche(Quercus), des Nussbaumes(Juglans), nebst Früchten, des Amberbaumes(Liqui- dambar), den Blattscheiden und Wurzelstöcken von Gräsern und Schachtelhalmen, finden wir auch Blätter des Lorbeerbaumes (Laurus), des Zimmtlorbeers(Cinnamomum), nebst Früchten, ja selbst Blattscheiden von Palmen(Sabal) zeigen sich hinund wieder.
Heute sind Zimmtlorbeer und Palmen weit von uns ver- schwunden, der Lorbeerbaum hält nur noch unter dem Schutze von Gewächshäusern aus, die Amberbäume unserer Anlagen aber sind in neuerer Zeit aus Amerika erst eingeführt worden. Wie aber steht es mit jenen Formen, die damals hier einheimisch waren, und deren nächste Verwandten sich heute wieder an der gleichen Stelle finden? Die Annahme, dass eine direkte Erhaltung und Umgestaltung jener Pflanzen in die heutigen stattgefunden habe— so naheliegend auch der Gedanke wäre— wird unmöglich, wenn wir einschalten, dass die Geologie zahlreiche Thatsachen anführt, die beweisen, wie auf jene Zeit, wo die Mitteltemperatur unserer Gegend etwa 180 bis 19 Celsius betragen haben muss, wo ein eigentlicher Wechsel zwischen Winter und Sommer mit grossen Wärmeunterschieden nicht stattfand, ein allmählicher Wärme-Rückgang bis auf 5° mittlerer Jahrestemperatur und vielleicht noch weniger folgte, so dass die Wärmeextreme im Laufe eines Jahres jetzt bedeutend grösser waren, als vorher. (Sommer und Winter.)
In gleichem Masse, in dem die klimatischen Verhältnisse sich änderten, schwanden auch die Existenzbedingungen zahl- reicher Pflanzen der vorangegangenen Zeit. Unter diesen fanden sich auch die oben von uns genannten. Es werden sich bei den allmälich veränderten Bedingungen nur erhalten haben:
1. Von Kräutern solche, deren Samenreife auch bei einer niedrigeren Summe der jährlichen Temperatur-Maxima (Hoffmann's Vegetationskonstante) noch möglich war, und die zur Keimzeit einen hinreichend warmen Boden fanden.
2. Von Stauden diejenigen, deren Wurzelstock noch in der lang und tief gefrorenen Erde ausdauerte.
3. Von Holzgewächsen endlich nur solche, deren Jahresschöss- linge vor dem Eintreten der Herbstfröste inbezug auf Holzreife so weit entwickelt waren, dass sie niedrige Wintertempera- turen ohne Schaden zu ertragen vermochten.
Nach unserer heutigen Auffassung sind für den Sammel- begriff„Klima“(mittlere Jahrestemperatur, höchste und nied- rigste Temperaturen u. s. w.) wesentlich entscheidend: 1) Die


