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1905.
Am 3. und 4. Februar fand die Semestralprüfung der Privatisten statt und am 11. Februar wurde das I. Semester geschlossen; das II. pe- gann am 15. Februar.
In der Zeit vom 21. Februar bis 20. März war der Direktor Franz Lang krankheitshalber beurlaubt. Mit der Leitung der Anstalt war unterdessen durch den Erlaß des k. k. steierm. Landesschulrates vom 5. Februar 1905, Z. 887, Professor Artur Cafasso betraut.
Am 24. März wohnte der k. k. Landesschulinspektor Herr Leopold Lampel dem Unterrichte in mehreren Gegenständen bei.
Die heilige Osterbeichte wurde von den katholischen Schülern am 28. März nachmittags abgelegt; am 29. März morgens folgte die heilige Kommunion. An beiden Halbtagen unterblieb der Unterricht.
Die Preisprüfung aus der steiermärkischen Geschichte wurde am 3. Mai durch den Fachlehrer Professor Adolf Schmelzer vorgenommen. Es wohnten ihr die Herren k. k. Bezirkshauptmann Rudolf Freiherr von Camerlander, Bürgermeister Dr. Josef Grüͤbler, k. k. Staatsanwalt und Oberlandesgerichtsrat Guido Reichsritter von Andrioli, die Professoren P. Eginhard Matevzié, Franz Sturm, Karl Huber und Dr. Karl Stradner sowie der Berichterstatter bei. Am Unterrichte hatten 5 Schüler der IV. Klasse teilgenommen, die sich alle der Prüfung unterzogen: Gruber Anton, Hofer Hermann, Lorber Siegfried, Sing Joset und Spielhofer Walter. Nach Beendigung der Prüͤfung, deren Ergebnis ein besonders erfreuliches war, richtete Herr Bezirkshauptmann Freiherr von Camerlander warme Worte der Anerkennung an die Schüler und ihren Lehrer und verteilte die Preise. Die beiden vom steiermärkischen Landesausschuß gewidmeten silbernen Preismedaillen aus der Wartinger-Stiftung erhielten nebst schönen Bucherspenden Sing Josef (aus Leoben gebürtig) und Lorber Siegfried(aus Zeltweg gebürtig), da sie die besten Leistungen aufwiesen. Auch die drei übrigen Schüler hatten vor- zuglich entsprochen und wurden deshalb mit wertvollen Bücherprämien beteilt. Die Bucherspenden hatten die Herren Bürgermeister Dr. Josef Grübler, k. k. Oberlandesgerichtsrat R. v. Andrioli, Professor Adolf Schmelzer und der Lehrkörper gewidmet. Der Berichterstatter sagt für das bei diesem Anlasse der Gymnasialjugend erwiesene Wohlwollen auch an dieser Stelle seinen wärmsten Dank.
Am 9. Mai beging die Anstalt im großen Rathaussaale die feier des hundertjährigen Todestages Friedrich Schillers. Die Feier, zu der sich nicht allein alle Schuler und der gesamte Lehrkörper, sondern auch sehr viele Eltern der Schüler und Freunde der Schule eingefunden hatten, begann um 9 Uhr vormittags mit der folgenden Ansprache des Direktors Franz Lang.
„Hochgeehrte Festgäste! Meine lieben jungen Freunde!
din gar seltenes Fest ist es, zu dem wir uns heute hier vereinigen. Es gilt die hundertjährige Wiederkehr des Todestages eines deutschen Dichterfürsten, Friedrich Schillers, festlich zu begehen.
Diesen Tag feiert nicht nur die Schule, sondern die ganze gebildete Welt und in allen Landen, in denen man mit deutscher Zunge spricht, sind es nicht nur die Gebildeten, nein, man kann sicher sagen, das Volk in seinen breitesten Schichten ist es, das die Bedeutung dieses Tages kennt und den großen Dichter ehrt und liebt, den wir an diesem Tage feiern.—
Zwar, es ist ein Sterbetag, der hundertjährige Gedenktag des Hinscheidens eines der edelsten Menschen aller Zeiten, eines der größten Dichter aller Völker und vielleicht des einflußreichsten geistigen Führers der deutschen Nation, der zur Erziehung des Volkes mehr beigetragen hat, als wir ahnen, der dem


