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Pick, Über den Einfluß des Lichtes auf die Gestalt und Orientierung der Zellen des Assimi- lationsgewebes. Botanisches Zentralblatt, 11. Bd., 1882.
Schenck, Dr., H., Beiträge zur Biologie und Anatomie der Lianen, im besonderen der in Brasilien einheimischen Arten, in: Botanische Mitteilungen aus den Tropen von Dr. A. F. W. Schimper, Heft 4/5, Jena 1892/93.
Stahl, E., Uber den Einfluß des sonnigen und schattigen Standortes auf die Ausbildung der Laubblätter. Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaften. 16. Bd., 1882.
— Fber den Einfluß von Richtung und Stärke der Beleuchtung auf einige Bewegungs- erscheinungen im Pflanzenreiche. Botanische Zeitung 1880.
Theophrast's Naturgeschichte der Gewächse, übersetzt und erläutert von Sprengel, Altona 1822.
Strasburger-Noll-Schenk-Schimper, Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Jena 1898.
Treichel, A., Verschiedene Blattformen von Efeu. Berichte des westpreußischen zoologisch- potanischen Vereines zu Elbing. 1881.(War nicht erhältlich.)
Tschirch, A., Über einige Beziehungen des anatomischen Baues der Assimilationsorgane zu Klima und Standort, mit spezieller Berücksichtigung des Spaltöffnungsapparates. Linnaca. 9. Bd., 1881.
Volkens, Beziehungen zwischen Standort und anatomischem Bau der Vegetationsorgane. Jahr- buch des kgl. botanischen Gartens zu Berlin. 3. Bd., 1884.
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— 3. Bd., Biologie der Pflanzen, Wien 1889.
Zippel und Bollmann. Repräsentanten einheimischer Pflanzenfamilien in farbigen Wandtafeln. Text. Braunschweig 1882.
I. Die Heterophyllie der Phanerogamen im allgemeinen.
Der Laie ist gewöhnt, die Blattform einer Pflanze als etwas Starres, Un- veränderliches zu betrachten. Von den im Entwicklungsgang einer Pflanze auf- tretenden Blättern, den Keimblättern, Niederblättern, Mittel- und Hochblättern, zeigen aber gerade die hier gemeinten Mittelblätter eine außerordentliche An- passungsfähigkeit und sind einer sehr weitgehenden Metamorphose fähig, während z. B. die Keimblätter, deren Dauer allerdings eine in der Regel kurze ist, sich durch eine gewisse Konstanz der Formen auszeichnen. Es genüge, auf einige besonders auffallende und bekannte Umbildungen der Mittelblätter hinzuweisen, wie die Blattranken der Lathyrus-Arten, von Flagellaria indica und Cobaea scandens, die Blattdornen der Calamus-Arten, von Berberis und jene der Cacteen, die als Insektenfallen ausgebildeten Blätter von Drosera, Dionaea, Utricularia, Sarracenia, Cephalotus, Nepenthes u. a.— die Urnenblätter von Dischidia Raffle- siana, die Mantelblätter der Pothos-Arten etc. In der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich hier um Fälle, wo die Metamorphose des ganzen Blattes oder gewisser Teile desselben sich auf alle Blätter der Pflanze in gleicher Weise erstreckt. Ausnahmen bilden Berberis, wo in den Achseln der Blattdornen Kurztriebe mit Blättern zur Entwicklung gelangen, ferner Cephalotus, Dischidia, Pothos u. a., wo nur ein Teil der Blätter die Urnen-, beziehungsweise Mantel- form zeigt, während die anderen den gewöhnlichen Laubblattcharakter an sich tragen. In diesen Fällen haben wir es mit einer ausgesprochenen Arbeitsteilung zu tun, indem bei einem Teil der Blätter die ursprüngliche assimilatorische und transpiratorische Tätigkeit in den Vordergrund tritt, bei den anderen Insekten- fang, Wasserversorgung, Wurzelschutz etc. Diese Fälle leiten uns über auf die so überaus verbreitete Erscheinung, daß im Laufe der individuellen


