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Zum Abiturientenexamen hatten ſich die drei Schüler der Oberprima gemeldet. Die ſchriftliche Prüfung fand in der Woche vom 3. bis 7. Februar ſtatt. Es wurden folgende Aufgaben bearbeitet:
Deutſch: Die Verdienſte des großen Kurfürſten um den brandenburgiſch⸗preußiſchen Staat.
Franzöſiſch und Engliſch je ein Exercitium;
Mathematik: 1) Es iſt die mittlere Proportionale a und die Differenz b zweier Geraden ge⸗ geben. Dieſe Linien ſelbſt zu konſtruieren. 2) Die aus Syenit(ſpec. Gew. 2,65) beſtehende Rieſenſäule im Odenwald iſt 10 m. lang; ihr unterer Durchmeſſer beträgt 1,46 m., ihr oberer Durchmeſſer 1,13 m. Welches iſt das Gewicht der Säule? 3) Die längſte Seitenlinie eines ſchiefen Kegels iſt 13,5 cm., die kürzeſte 8,4 cm. lang; der Winkel zwiſchen beiden beträgt 35⁰° 13“. Berechne die Baſis, die Höhe und das Volumen. 4) Ein Staat macht ein Anlehen von 30 Millionen Mark zu 5% und will dasſelbe in 25 Jahren abtragen, dadurch, daß jähr⸗ lich eine beſtimmte Summe, worin die Zinſen mitinbegriffen ſind, bezahlt wird. Wie groß iſt dieſe Summe?
Die mündliche Prüfung, bei welcher der Schulrat durch ſeinen Präſidenten, Herrn Dr. med. Blumen⸗ thal, vertreten war, fand am 22. Februar unter dem Vorſitz des Herrn Provinzial⸗Schulrates Dr. Lah⸗ meyer ſtatt; die drei Abiturienten erhielten das Zeugnis der Reife; es ſind:.
1. Wilhelm Müller, geb. 6. November 1866 in Wallernhauſen Kreis Büdingen; er will Lehrer
werden.
2. Hugo Elkan, geb. 28. December 1867 zu Frankfurt a. M.; er will Lithograph werden.
3. Albert Dann, geb. 5. Januar 1868 zu Frankfurt am M.; er will in eine Poſamentierfabrik
als Lehrling eintreten.
Da an unſerer Schule für chriſtlichen Religionsunterricht nicht geſorgt iſt, ſo hat das Kuratorium der hieſigen höheren Schulen im Einverſtändnis mit dem Herrn Direktor Dr. Schultze unſerm Schüler Wilhelm Müller die Teilnahme an dem Religionsunterrichte in der Klingerſchule freundlichſt geſtattet. Wir ſprechen hierfür unſern verbindlichſten Dank aus. Zu beſonderem Dank fühlen wir uns aber noch Herrn Pfarrer Dr. Bauer verpflichtet, welcher neben dem Religionsunterricht in der Klingerſchule unſern Schüler auch noch privatim in ſeinem Hauſe unterrichtet und auch die Güte gehabt hat, bei dem mündlichen Examen die Prüfung desſelben in der chriſtlichen Religionslehre zu übernehmen.
Aus dem Schulrat iſt nach ſechsjähriger Amtsdauer ſtatutengemäß Herr Wolfgang Speyer geſchieden; an ſeine Stelle wurde Herr Philipp Bonn gewählt. Seitens des Gemeinde⸗Vorſtandes wurden für das Jahr 1884 in den Schulrat deputiert die Herren: Juſtizrat Dr. Fuld, Emil Roſenthal, Wilhelm M. Feiſt; der Gemeinde⸗Ausſchuß entſandte zur Teilnahme an den Beratungen Herrn Joſeph Baer⸗ Friedmann. Demnach beſteht der Schulrat aus den Herren: Dr. med. Blumenthal(Vorſitender), Moritz Bauer, Felix Frank, Bernhard Schuſter, Eduard Goldſchmid, Philipp Bonn und den oben erwähnten Vertretern des Vorſtandes und des Ausſchuſſes der israelitiſchen Gemeinde.
Am 23. Auguſt 1883 ſtarb Herr Juſtizrat Dr. Elliſſen, welcher von 1862— 1868 als Mitglied des Schulrates mit der ihm eigen geweſenen Gewiſſenhaftigkeit zum beſten unſerer Schule thätig war. Der Direktor gab dem Dank der Schule an der Bahre des Heimgegangenen warmen Ausdruck.
Wir erfüllen eine weitere Pflicht der Pietät, indem wir an dieſer Stelle der Frau Rebecca Jacobſen geb. Goldſchmidt gedenken, welche dahier am 12. October v. J. geſtorben iſt. Frau Rebecca Jacobſen hat im Jahre 1863 unſerer Schule eine überaus reiche und ſchöne Mineralienſammlung, beſtehend


