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kritischen Temperatur— nach Horkixsox jene Temperatur, bei welcher das Eisen unmagnetisch wird— wächst die Magnetisierung sehr rasch, um alsbald jäh abzufallen und fast ganz zu verschwinden. Für starke Kräfte nimmt dagegen bei zunehmender Temperatur die Magne- tisierung ab. Aehnliches findet er für Nickel, nur vollzieht sich der Uebergang vom magnetischen zum unmagnetischen Zustand bei viel tieferen Temperaturen und allmählicher. Die kritischen Temperaturen fand HopkiNsox für verschiedene Eisen- und Stahlsorten zwischen 690 und 8700°, für Nickel bei 3100.
1889 hat auch Du Bors ¹) seine besonders durch die Methode interessanten Versuche über die Magnetisierung in starken Feldern bei verschiedenen Temperaturen veröffentlicht. Er giebt zunächst an, daß die Magnetisierungskurve für Eisen und Stahl bei 0° über derjenigen bei 100° verläuft; dann zeigt er, daß in einem konstanten, starken Feld H= 900, in welchem die Magnetisierung von Eisen und Stahl als Funktion der Temperatur bis zu 300°bestimmt wird, eine Abnahme des Moments mit steigender Temperatur stattfindet, und daß die unter denselben Bedingungen erhaltene Nickelkurve weniger rasch abfällt als in schwächeren Feldern.
Resultate der Versuche.
Die Versuche über die Abhängigkeit der Magnetisierbarkeit von der Temperatur wurden mit den früher beschriebenen Materialien in Drahtform ausgeführt.
Magnetisierung, Erwärmung, Temperatur- und magnetische Messungen erfolgten ebenfalls, wie bereits angegeben. Die Probestücke wurden entmagnetisiert, der Einfluß der Vertikal- komponente des Erdmagnetismus kompensiert, und dann begannen die Beobachtungen in vier konstant gehaltenen, verschieden starken Feldern bei variabler Temperatur.
Es wurde mit niedrigen Temperaturen angefangen, die Stärke des Erwärmungsstromes allmählich gesteigert, und nachdem das Thermoelement einige Zeit lang konstante Temperatur angezeigt hatte, die magnetische Beobachtung ausgeführt. Die Resultate, Mittel aus je drei Versuchsreihen, sind in folgenden Tabellen niedergelegt und wurden auch graphisch auf Millimeterpapier dargestellt, und zwar wurde nach dem Vorgange von IHopkiNsox die Per- meabilität als Funktion der Temperatur aufgezeichnet. Aus der großen Anzahl der erhaltenen Kurven, die alle ziemlich ähnlich verlaufen, wurden die für Puddeleisen beigegeben in Fig. 4, letzte Seite; die Temperaturen sind als Abscissen im Maßstabe 1 cm= 100°C, die ent- sprechenden Werte der Permeabilität als Ordinaten im Maßstabe 1 cm= 500 aufgetragen; die jeweiligen Feldintensitäten sind den Kurven beigeschrieben.
In den Tabellen enthält die erste Horizontalreihe die Temperaturen in Celsiusgraden, die zweite Reihe gibt die entsprechenden Werte der Permeabilität g an.
I. Deutscher geglühter Holzkohleneisendraht.
Tabelle 49. H= 1,16.
Temp. in°C: 20 141 218 320 406 484 564 580 585 610 665 678 690 722 800 900 b: 208 279 434 542 697 975 1640 1700 1830 1390 620 465 310 93 3,5 1,08
Tabelle 50. H= 3,03.
Temp. in° C: 20 100 218 320 406 484 531 564 592 628 642 690 754 786 800 900 L.: 450 528 792 940 1140 1340 1530 1630 1850 1830 1800 1530 990 198 49,5 1
Tabelle 51. H= 30,0.
Temp. in° C: 20 100 218 320 484 564 642 722 754 786 800 818 850 880 910 942 950 b: 590 590 580 570 565 550 514 406 366 310 275 236 176 139 90 60 1
¹) Phil. Mag., April, p. 293, 1890.


