Erster Abschnitt.
a) Die magnetische Compensationsmethode.
..) Die Vergleichung der unipolaren magnetischen Intensitäten langer Stäbe.
Schon längere Zeit mit magnetischen Untersuchungen beschäftigt, hauptsächlich aus dem Grunde, da solche Versuche wenig pecunäre Opfer erfordern, und leicht aus meinen eigenen Mitteln beschafft werden konnten, beabsichtige ich, einen Theil der Untersuchungen, welche ich, in verschiedenen wissen- schaftliche Zeitschriften, wie Poggendorff's Annalen, Grunert's Archiv und der Schule des Physikers*) niedergeschrieben habe, hier dem Programm gemäss— sowie einige ganz neue Versuche— zusammen- zustellen, und das, was sich nicht eignet, ganz hinwegzulassen. Hinweisungen auf die einzelnen Ab- handlungen habe ich absichtlich unterlassen, da ich den betreffenden Gegenstand stets deutlich dar- stellte, um ohne weitere Beihülfe verstanden zu werden. Auch habe ich Specialitäten, welche die Orientirung über das Ganze verwirren, und die Klarheit und Uebersichtlichkeit beeinträchtigen könnten, weggelassen. Den Versuch habe ich in erster Linie vorangesetzt, und nur an der Hand Solcher, die betreffenden Schlüsse streng folgen lassen. Die Ausdrucksweise stellte ich so kurz und abgerundet wie möglich dar, ohne dabei der Verständlichkeit Eintrag zu thun. Die eingeführten Formeln sind hinreichend erläutert worden, und ist die Anordnung der Gegenstände als eine systematische zu be- zeichnen. Möge daher die Abhandlung in ihrer eigenthümlichen Form den Wünschen derer entsprechen, welche sich mit physikalischen Untersuchungen beschäftigen und auf diesem richtigen Wege sich mit den Wirkungen der Kräften in der Natur bekannt zu machen suchen. Nun zur Sache.
Die ⸗magnetische Compensationsmethode-(Nullmethode) hat den Zweck, eine Vergleichung der magnetischen Intensitäten verschiedener Magnetpole in bestimmten Verhältnissen vorzunehmen.
Eine Declinationsbussole(Fig. 1.) bringe man in eine horizontale Lage, so dass die Nadel der Bussole auf Null der Kreistheilung einsteht. Alsdann lege man einen langen Mag- netstab A senkrecht auf die Richtung des magnetischen Meri- dians in den Abstand r von der Mitte der Nadel, wodurch dieselbe eine Ablenkung um den Winkel x erfährt. Die Ent- fernung r, sowie die Länge des Magnetstabes, müssen so gross sein, dass die Wirkung des abgekehrten Poles des Stabes 4 vernachlässigt werden kann. Es besteht für diese Annahme die Gleichung:
*) Külp: Schule des Physikers. Winter, Heidelberg 1874.


