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Da, während die Lebenden nicht Rath wiſſen, bietet ein Sterbender die Hand zur That.
Der edle Schöff von Uffenbach„ernennt in ſeinem am 24. September 1798 errichteten letzten Willen den Reichs⸗ ſtädtiſchen Magiſtrat zu ſeinem Univerſalerben ſeiner ganzen Verlaſſenſchaft, um damit zu Beſten des Gemeinen Stadt⸗ weſens auf die beſtdünkende Art und Weiſe zu ſchalten und zu walten.“—
Und inzwiſchen iſt Günderrode wieder frei an der Spitze des Regiments,— Hufnagel wieder in der Fülle ſeiner Kraft, und während beim Wechſel des Säkulums weithin durch Deutſchland in den Kirchen gefleht wird:
Schließ zu die Jammerpforten,
Laß hier und aller Orten
Nach ſo viel Blutvergießen
Des Friedens Ströme fließen, predigt in der Katharinen⸗Kirche zu Frankfurt der Senior der Stadt— für eine Schule.*)
So lagen, am erſten Tage des neuen Jahrhunderts die loſen Fäden, aus deren Verknüpfung die Anſtalt ſich bilden ſollte, von der jetzt dieſe Blätter ausgehen.
Der Plan einer gleichzeitig durchgreifenden Reform des geſammten Schulweſens, von dem noch im September 1800 in einem an Hohen Senat erſtatteten Konſiſtorial⸗Berichte die Rede iſt, war vorerſt als unausführbar aufgegeben und wurde in einem Bericht vom 5. November 1802 auf die Errichtung einer einzigen Schule beſchränkt, die, in mög⸗ lichſter Vollendung hergeſtellt, den übrigen Schulen als Vor⸗ bild und Antrieb zur Nachahmung dienen möge. Das Vertrauen aber, daß ein ſolches Vorbild auf die bereits kon⸗ zeſſionirten Schulen einige Wirkung üben könne, ſcheint nicht allzugroß geweſen zu ſein; denn als im Januar 1802 die 15„teutſchen Schullehrer“ der Stadt bei hochedlem Rath
*) Die Predigt wurde„zum Beſten der Muſterſchule“ gedruckt.


