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citirt und bereits mit Inſtruktionen wohl verſehen von Miniſterien und Schulkollegien in die Schulen ausgehen laſſen.—
Das Turnen ſoll unſere Jugend zu einem wehrhaften Volke machen.
So einmüthig— wollte Gott, es ginge ſo in allen deutſchen Dingen— ſind die Regierungen dabei, den alten Turnergeiſt wieder zu beleben, und ſo freudig bereit iſt das Volk, ihn aufzunehmen und zu hegen, daß es weiteren An⸗ preiſens nicht bedarf. Am wenigſten an der Stelle, von welcher dieſe Blätter ausgehen; denn eben unſere Anſtalt hat das Turnen ſchon lange Jahre, bevor die neue Bewegung der Zeit es empfahl, in ſtiller, aber nachdrücklicher und erfolgreicher Thätigkeit gepflegt und damit ſelbſt dazu gewirkt, daß Frankfurt nunmehr als„diejenige Stadt gerühmt wird, welche gegenwärtig das Meiſte für das Schulturnen gethan hat.“*)
Wohl aber ſcheint es mir Noth, übertriebene Hoff⸗ nungen zu dämpfen und den edlen Eifer auf ein größeres Arbeitsfeld, als das im Turnſaal be⸗ ſchloſſene, hinzulenken.—
Ich will dabei nicht von Theorieen ausgehen, ſondern unmittelbar an Vorſtellungen anknüpfen, wie ſie in dieſer, zu kriegeriſchen Gedanken ſich neigenden Zeit geläufig ge⸗ worden ſind.
Man denkt zunächſt ans Turnen, und meint damit oft nur eine leibliche Uebung, die zu dem Einzelkampf im Kriege, wie man ihn ſich vorſtellt, tüchtig machen ſoll. An
*) Kloß, Neue Jahrbücher der Turnkunſt. 1860. VI. 4. S. 259.


