Aufsatz 
Methodologisch-praktischer Leitfaden bei dem Unterrichte im kalligraphisch-orthographischen Schreiben, nebst stufenweise geordnetem Übungsstoffe zum Diktieren
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12..

gungen; G.. E D. B. SM 1ve) W. Se. S. R S. S. 9.; mit 3 Taktbewegungen: S. S. W. eras) D.. I.; mit 4 Taktbewegungen: Wi,)

Den kuͤrzeren Grundſtrichen wird beim Taktiren nicht eine kuͤrzere Zeit zugemeſſen, als etwa den laͤngeren, ſondern die Ausfuͤhrung der verſchiedenen Längen richtet ſich ſtets nach einem einmal beſtimmten Zeitmaße, und ein feſtes Tempo gilt als Regel.

In der erſten Zeit zählt der Lehrer allein. Spaͤter zäaͤhlt die Schreibklaſſe im Chor mit, oder allein, oder einzelne Schuͤler uͤbernehmen, das Commando zu fuͤhren.

Zum Taktiren kann ſich der Lehrer auch eines Staͤbchens, als Taktzeiger, bedienen, womit er durch Schläge den Takt angibt und unterhaͤlt. Auch zu andern Commando⸗Zeichen, wie zum An⸗ ſetzen, Abſetzen, Eintauchen der Feder kann er ſich dieſes Staͤbchens bedienen.

Bei befeſtigter Taktfertigkeit iſt es rathſam, zuweilen nur den Takt anzugeben, die Klaſſe aber im Takte das Wort, den Satz ꝛc. fortſchreiben zu laſſen.

Endlich wird es gut ſeyn, bei der beſten Schreibeklaſſe jedes laute Taktiren ganz einzuſtellen; denn das Taktgefuͤhl dieſer Schreibeſchuͤler wird durch die vielſeitigen Uebungen wol ſo gehoben ſein, daß ſich Alle auf ein gegebenes Tempo gleichmaͤßig fortbewegen.

Die Ausführung eines ſolchen Taktſchreibens, wobei der Schreibeſchuͤler den ſicherſten Maßſtab ſeiner gewonnenen Ausbildung liefert, kann der Lehrer im Anfange, wenn beſonders Sätze ꝛc. geſchrie⸗ ben werden ſollen, noch dadurch unterſtuͤtzen, und moͤglicher machen, daß er die einzelnen Woͤrter durch laute Angabe miteins! ſondert..

Die rhythmiſchen Bewegungen muſſen auch beim Schreiben genau beobachtet werden. Anfangs wird das Tempo langſam genommen, nach und nach aber, bei zunehmender Schreibfertigkeit der Schuͤler mit zunehmender Geſchwindigkeit. Mit Secuandenſchlaͤgen dürfte etwa der Anfang gemacht und die Thaͤtigkeit koͤnnte nach und nach ſo beſchleunigt werden, daß man zwiſchen jeder Sekunde 1, dann 1, 2 zaͤhlt, in einer Minute alſo 120, und in einer Stunde 7200 Striche bilden laͤßt.

Bei verſchiedenen Schreibeſtufen und einerlei Beſchaͤftigung hat der Lehrer darauf zu achten, daß er das richtige Tempo nimmt. Bei den Kleinen*) kann er nicht ſo ſchnell zaͤhlen, als bei Größeren. Bei ihrer gemeinſamen Beſchaͤftigung muß er die Schreibfertigkeit der Kleinen als Maß⸗ ſtab annehmen.

Alle noͤthige Scheidezeichen(Satz⸗ und Hilfszeichen) und Zeichen über den Buchſtaben, als Punkte und Haken, werden nach Beendigung des Wortes Satzes gemacht, und nicht als Taktbewegungen mit einer Babl bezeichnet.*

Von rechts nach links werden die Oberzeichen und von links nach rechts die Scheide⸗ zeichen zwiſchen den betreffenden Worten eingefuͤgt und mit dem Punkte wird Vigrcha dir Scheite

Das Eintauchen der Feder in die Dinte geſchieht, um alle Schreibſchuͤler in gleichem Schritte zu halten, ebenfalls gemeinſchaftlich. Der Lehrer gebe ein nicht groͤßeres Penſum, als bei einmaligem Eintauchen der Feder ausgeſuͤhrt werden kann. Sollte aber ein Kind, bei Einuͤbung von Schrift⸗ formen, nicht mit ſeiner Dinte ausreichen, ſo bleibt es dennoch im gemeinſchaftlichen Zuge, und vollendet die Aufgabe mit leerer Feder. Das Schreiben auf dem Papier, oder in der Luft, ohne ſichtbare Spur des Geſchriebenen, hat auch fuͤr den Schüler großen Gewinn. Wird aber ein Penſum gegeben, wo das Reſultut Jeder im Buche ſtehen haben muß; ſo kann Jeder eintauchen, wenn's Noth thut; aber bei jedem Satze muß er ſo lange inne halten, bis die Zurückgebliebenen nachgekom⸗ men find; alsdann wird wieder gemeinſchaftlich eingetaucht und der nächſte Satz hinzugefuͤgt.

B. Die Schreibend-eſenlehrmethode mit lateiniſcher Schrift.

Die ſchon im Alterthum gewöhnliche Weiſe, das Leſen mit dem Schreiben zu verbind an, die ſeither uͤbliche Unmethode und erſte Kindesqual, naͤmlich die Druckſchriftleſeiethode alimätlſe

ferner in A*76), und die 3. in J****) ſind die Striche durch die Mitte der Buchſtaben.

) Will man Buchſtaben aus den 4 Alphabeten eine beliebig andere Form geben, oder die Anzahl ihrer Druͤcker ver mehren oder verändern, ſo ſind ſolche Veränderungen in der Buchſtabeneintheilung nach Taktbewegungen zu be⸗ richtigen.*.:;:

*) Nicht die 1. Schülerklaſſe meinend; denn dieſe nimmt die volle Kraft des Lehrers in Anſpruch, und ſollte de

wöch. 4 mal in der erſten Schulſtunde am Nachmittag und 2 mal in der letzten am i Zwe⸗ zadberer luufen unterrichtet werden. 4 Vormittag ohne Beiſein