Schulnachrichten.
Aus dem Kreise des Lehrercollegiums haben wir mit Freude zu berichten, dass Herr Professor Weismann, welcher vor Ostern vorigen Jahres auf längere Zeit durch Krankheit seiner amtlichen Wirksamkeit entzogen war, mit dem Beginn des verflosse- nen Schuljahres wieder in seine volle Thätigkeit eingetreten ist, und sie ohne Unter- brechung hat durchführen können. Dagegen haben wir es aufs schmerzlichste zu beklagen, dass Herr Professor Scholl, welcher schon längere Zeit an einem chronischen Unterleibsübel gelitten, durch die Zunahme desselben sich seit dem Anfange des Win- tersemesters ausser Stande gesehen hat, seinen Unterricht zu versehen. Unsre herz- lichsten Wünsche sind der baldigen Wiederherstellung unsres hochgeschätzten Collegen gewidmet.
Der grössere Theil seiner Lehrstunden ist mit Genehmigung Hochwürdigen Consi- storiums dem Schulamts-Candidaten Herrn Dr. Scholderer, die vier Rechenstunden in der Quinta, Herrn J. D. Barth, Lehrer an der höhern Bürgerschule, übertragen worden.
Während der noch fortdauernden Vacanz einer ordentlichen Lehrerstelle, welche durch die Theilung der Ouarta entstanden ist, hat im verflossenen Schuljahre unser College Herr Dr. Schmidt die Classeuleitung und den Hauptunterricht in der Sexta äbernommen; der von demselben bis dahin in Septima ertheilte Unterricht, sowie die Leitung dieser Classe ist von Hochwürdigem Consistorium dem Schulamts-Candidaten Herrn Dr. Jekel provisorisch übertragen worden.
Im Uebrigen sind die im vorigen Programme erwäahnten Anorduungen für den Unterricht in der Unter-Quarta auch in dem verflossenen Schuljahre beibehalten worden, nur dass seit der Erkrankung des Herrn Prof. Scholl der mathematische Unterricht in dieser Classe von Herrn Dr. Oppel, der deutsche von Herrn Dr. Scholderer ertheilt
worden ist.
Mit Vergnügen bringen wir ferner zur öffentlichen Kunde, dass, nachdem Herr prof. Fleckeisen den ihm im vorigen Herbste zu Theil gew vordenen ehrenvollen Ruf zu der ordentlichen Professur der Philologie an der Universität Tübingen zu unserer Freude abgelehnt hatte, Hoher Senat demselben durch H. W. Consistorium Seine Anerkennung über die bei dieser Gelegenheit bethätigte ehrenhafte Gesinnung und
Anhänglichkeit an das hiesige Gymnasium zu erkennen gegeben hat.
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